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Überhaupt möchten wir nicht unterlassen, ausdrücklich auf die
großen Vorteile hinzuweisen, die die Nachbarschaft Altonas in der
Franzosenzeit Hamburg gewährt hat. Mit mißgünstigen Augen
hatte man in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts in
Hamburg das von der dänischen Regierung begünstigte Ausblühen
Altonas beobachtet; namentlich die Hamburger Reederei sah sich
geschädigt. Jetzt lernte man in Hamburg doch auch die Vorzüge
der engen Nachbarschaft schätzen. Ohne die Nähe dieser neutralen,
außerhalb des französischen Machtbereichs liegenden Stadt wäre die
Durchführung der Sperre zweifellos viel wirksamer, der Verlust
des Handels größer gewesen. Wie hätte man bei den Tausenden
von Menschen, die täglich zwischen Hamburg und Altona hin- und
hergingen, eine genaue Kontrolle durchführen können! Bald wurde
es für Köchinnen und Dienstmädchen ein beliebter Sport, ein halb
Pfund Kaffee oder Baumwolle unter den Kleidern durchzuschmuggeln.
Bourrienne erzählte die erstaunlichsten Geschichten von ganzen
Wagenladungen Zuckers, die als „Sand" die Zollwache passiert
hätten, von scheinbaren Leichenbegängnissen, die dem Transport
englischer Waren dienten, und dergleichen mehr. Alt und jung,
arm und reich beteiligten sich an diesem Vergnügen, das umso
aufregender und reizvoller war, als die schwersten Strafen auf
Zollübertretungen standen. Kein Zweifel, daß dieser Schmuggel
förmlich organisiert worden ist. Es wird von 600 Frauen
gesprochen, die ständig im Dienste von Hamburger Kaufleuten
Kolonialwaren paschten.
Wie während der Elbblockade von 1803—05 wurde Tönning
wieder der eigentliche Hafen Hamburgs. In der ersten Hälfte des
Jahres 1807 war der Verkehr hier außerordentlich rege. England
ließ zeitweise den Wattenverkehr sowie die Fahrt nach England zu
und gab im Juli die nach dem 1. Januar 1807 aufgebrachten
Bremer und Hamburger Schiffe frei. Große Mengen Getreide
gingen aus Holstein, meist auf kleineren Fahrzeugen, nach England
hinüber. Dafür brachten englische, meist aber dänische und
amerikanische Schiffe Kolonialwaren. In Tönning wurden diese
aus Leichter und Wattfahrzeuge umgeladen und nach Altona und
Hamburg verschifft. Die dänische Ortsbehörde stellte ihnen ohne
Schwierigkeiten Zeugnisse aus, die den neutralen Charakter der
Waren bescheinigten. In Hamburg hatte der neue Gouverneur,