I
■' ■■■■' :■ • y.r
70 Brake — Brasilien (Areal
Ausgeführt wurden 1879: 31,5 Mill, kg
Getreide (davon über die Sulinamün-
dung: Weizen 11,2, Mais 13,i, Gerste 4,5,
Mehl 4,7o2Jitl(.kg), ferner Roggen, Boh
nen , Hirse, Rübsamen, Leinsamen. Teer,
Bretter, Faßdauben. Die Einfuhr ist un
bedeutend.
Brake, Freihafenstadt int Großherzog-
tum Oldenburg, an der Weser und einer
Zweigbahn der Oldenburgischen Staats
bahn; (1880) 4055 Einw. Belgisches Kon
sulat; Filiale der Oldenburger Spar- und
Leihbank, Vorschußverein. Tau- und Se
gelfabriken, Schiffbau. Einfuhr von eng
lischeil Kohlen, Holz, Petroleum; Aus
fuhr von Getreide. Schinken u. a. Die
Reederei hatte 1880 einen Gehalt von
18,900 Ton. In den 6 m tiefen Hafen
liefen 1879 beladen ein: 403 Schiffe von
50,150 T., aus: 75 Schiffe von 21,185
T.; in Ballast oder leer ein: 35 Schiffe von
7027 T., aus: 265 Schiffe von 43,972 T.
Brasilien, selbständiges, von Portu
gal seit 1822 getrenntes Kaiserreich in
Südamerika mit konstitutioneller erb
licher Monarchie. Das Gcsamtareal der
21 Provinzen betragt 8,337,218 qkm
(151,412 QM.) mit (m2) 11,108,291
Einw., dazu noch 1 Mill.Indianer. (Zum
Vergleich: Europa hat auf 9,710,340 qkm
315,929,000 Einw.) Sklaven gab cs
Ende 1876 noch 1,419,966, am Ende des
Jahrhunderts dürfte cs aber bei den fort
gesetzten Freilassungen solche nicht mehr
geben. Da der freigelassene Neger indes
sen wenig Neigung zur Arbeit zeigt, so
beabsichtigt man, Ehincseu einzuführen.
Nach der Nationalität zerfiel die freie Be
völkerung 1872 in 8,170,191 Brasilier
und 243,481 Fremde, davon 121,246
Portugiesen, 45,829 Deutsche, 44,580
Afrikaner, 6108 Franzosen. Die Zahl
der Deutschen, welche ihren Hauptsitz in
der Provinz Rio Grande do Sill haben,
aber altes) in den Provinzen Santa Eatha-
rina, Paraná, São Paulo,Espirito Santo,
Minas Geraes Kolonien gründeten, wird
jetzt auf gegen 150,000 geschätzt. Nach der
Konfession waren 1872: Katholische unter
den Freien 8,391,906, unter den Sklaven
1,510,806, zusammen 9,902,712; Akatho-
lische 27,766 Freie. Seit Ende 1880 ha-
und Bevölkerung; Ackerbau).
beu auch Nichtkatholikeu volle bürgerliche
Rechte. — Einwanderer waren 1864—
1873:103,754, wovon 56,240 wieder ab
reisten. Von den 47,514 in B. Verbliebe
nen sind 34,126 Portugiesen, 5049Italie
ner, 2266 Briten, 1682 Franzosen, 1504
Spanier, 1382 Nordamerikaner, 1162
Deutsche re. Aus Deutschland wanderten
chi 1876:481,1877:1069,1878:1048,
1879:1630 (vgl.Blumenau und Don a
Francisca). — Die offizielle Sprache
ist die portugiesische.
Urproduktion.
Ackerbau. Bei der großen Aus-
dehilllilg des Landes von N. nach S.
(4" 22' nördl. Br. bis 33° 44' südl. Br.)
und der verschiedenen Höhenlage ist die
Produktionsfähigkeit eine sehr verschie
dene. Die Niederschläge sind meist sehr-
reichlich, doch treten in einigen Gegcndeil
des Nordens zuweilen verheerende Dür
ren ein, und während im S. das Klima
europäischen Naturen und Kulturen sehr-
zuträglich ist, sind im die Fieber nicht
leiten verderblich. — Unter allen Kul
turen nimmt der Kaffeebau die erste
Stelle ein. B. liefert von den Quantitä
ten, welche in den Handel gelangen (1878
auf ca. 10 Mill. Etr. geschätzt), nahezu
die Hälfte. Ernte aus den kaffeebaueuden
Provinzen Rio, Santos, Ceará und Ba
hia 1878 — 79 ca. 6 Mill. Etr., wovon
3,570,000 Säcke oder 4,280,000 Etr. zur
Ausfuhr gelangten. Für den Kasfeebarl
ist die Lösung der Arbeiterfrage aber von
entscheidender Wichtigkeit. In neuester
Zeit ist eine weitere Gefahrin ciuerKrank-
heit hinzugetreten, welche gerade die kräf
tigsten Stämme zuerst ergreifen soll. Der
Kaffee wird ausschließlich auf großeil
Pflanzungen und zwar mittelst Sklaven
arbeit erzeugt. Wie wichtig die Sklaven
frage für die Kaffee produzierenden Di
strikte ist, geht daraus hervor, daß die drei
Provinzen Rio de Janeiro, São Paulo
tlnd MinaS Geracö 745,755 Sklaven be
schäftigten. Wichtigste Kaffeehäfen: Rio
de Janeiro und Santos. Kaffee geht
meist nach den Bereinigten Staaten; der
über Santos ausgeführte Kaffee ist im
allgemeinen von besserer Qualität als daö
Rio-Produkt, anet) ist die Produktion der