Full text : Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

40

putierte  der  französischen  Handels-  und  Gewerbekammeru:  „In
vier  Jahren  werde  ich  eine  Marine  haben.  Sind  meine  Geschwader
erst  drei  oder  vier  Jahre  zur  See,  dann  können  mir  uns  mit  den
Engländern  messen",  und  in  denselben  Tagen  an  die  Abgeordneten
der  annektierten  Hansestädte:  „der  Seehandel,  der  Eure  Stärke
ausgemacht  hat,  kann  künftig  nur  zugleich  mit  der  Seemacht
wieder  aufleben.  Auf  einen  Schlag  muß  das  Völkerrecht,  die
Freiheit  der  Meere  und  der  allgemeine  Friede  wieder  hergestellt
werden.  Wenn  ich  über  100  Hochsee-Kriegsschiffe  habe,  werde
ich  England  unterwerfen.  Ich  brauche  die  Matrosen  Eurer  Küsten
und  die  Baumaterialien,  die  zu  Euren  Flußmündungen  gelangen.
Frankreich  in  seinen  alten  Grenzen  konnte  in  Kriegszeiten  keine
Flotte  bauen.  Wenn  seine  Küsten  blockiert  waren,  war  es  gezwungen ­
  sich  zu  fügen.  Heute  vermag  ich,  infolge  des  Zuwachses,
den  mein  Reich  seit  sechs  Jahren  erfahren  hat,  jährlich  25  hochbordige
  Schiffe  zu  erbauen,  zu  bemannen  und  auszurüsten,  ohne
daß  die  Lage  des  Seekriegs  es  verhindern  oder  mich  in  irgend
etwas  hemmen  könnte".
Schon  im  Sommer  1810  war  Holland,  dessen  König  Louis
sich  allzusehr  um  das  Wohl  seiner  durch  die  Kontinentalsperre
schwer  geschädigten  Untertanen  besorgt  gezeigt  hatte,  dem  Französischen ­
  Reiche  einverleibt  worden;  die  Annnektion  der  drei  Hansestädte ­
  und  der  übrigen  dazu  bestimmten  nordwestdeutschen  Gebiete
wurde  formell  durch  ein  Senatskonsult  vom  13.  Dezember  1810
ausgesprochen,  nachdem  Napoleon  sie  drei  Tage  zuvor  mit  der
gebieterischen  Notwendigkeir,  dem  englischen  Handel  diese  Eingänge
zu  verschließen,  begründet  hatte.  Hannover  wurde  zwischen  Frankreich ­
  und  dem  Königreich  Westfalen  geteilt,  wogegen  gewisse
Distrikte  sowohl  von  Westfalen  wie  vom  Großherzogtum  Berg
abgetrennt  wurden,  ohne  daß  man  die  Souveräne  dieser  Länder
auch  nur  gefragt  hätte.  Die  Einverleibung  Oldenburgs  erfolgte
gegen  den  Protest  des  Großherzogs  und  seines  Verwandten,  des
Zaren,  und  war  bekanntlich  einer  der  Gründe,  die  zum  Bruche
mit  Rußland  führten.  Daß  man  in  den  Hansestädten  keinen
Widerspruch  wagte,  bedarf  kaum  der  Erwähnung.  Aus  den  Hansestädten, ­
  dem  Herzogtum  Lauenburg,  den  nordwestlichen  Teilen
Hannovers,  dem  Großherzogtum  Oldenburg  und  einigen  westfälischen ­
  Distrikten  wurden  die  drei  „hanseatischen"  Departements:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.