Metadata: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

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wijje Bodenftändigkeit. Wir finden in ShHaulen und Wilna gröhere 
mafldinell! eingerichtete Unternehmen. Die verarbeiteten Häute waren 
iqwere, größtenteils überfeeijde. Die einheimijhen wurden vor dem 
Kriege nidHt nad) Nordamerika und Deutfjhland ausgeführt*). Die 
Lederfabrit Fränkel in Schaulen hatte ein Jahr vor dem Kriege eine 
eigene Gerbitoffabrit angelegt. Die Hemijde Induljtrie ijt bes 
deutungslos. Wuker Seifen= und Olfabrifen exijtieren nur drei Farben» 
jabrifen und- vier Fabriken von AWpothekerartifeln. Die Tabakindu- 
itrie ift in Wilna vertreten, die berühmte A. 6. Scherejhewiy (Ma- 
gHorfa-Tabak, Zigaretten) befindet fiH in Grodno, aljo außerhalb 
fitauijden Gebietes. Die Lebensmittelinduftrie ijt vertreten durch 
zahlreide Getreidemüllereien, Brauereien und Brennereien ohne bes 
jondere Bedeutung, abgefehen von Mildhwirt]dHaftsbetrieben. Berg» 
und Süttenwejen fehlt. Erwähnt jeien die Kalkgruben von 
WilfowijdHhken, die Gipslager von Biozen und JohannijHkele, zahl- 
reide [Höne LehHmlager, die fowohl für Dränrshren wie für feinere 
Tonwaren Material Kiefern Iönnen und zum Schlukz die reichlid) vor: 
handenen Torflager**). 
Aus dem bisher Gejagten ergibt ih, daß die Kitauijhe Yuduftrie 
auf engen Anjdluß an ihre Land- und Forjtwirtjhaft angewiefen ift, 
Hier Kiegt ihr natürliher Standort. Ihr Gebiet ijt damit um]Hrieben. — 
Zentralpunit des Kitauifjden Handels, namentlidH für Holz und 
Pelzwaren ijt Wilna, vielleicht der einzige Ort, wo ein Großhandel in 
unjerem Sinne ezxijtiert. Daneben blüht das KommifjjionsgejHäft, be- 
[onders auf dem Gebiete des Holkz- und Fladhshandels. Der Handel 
iit an den größeren Zentralen teilweije fehr lebhaft, aber auf das 
Gebiet des Binnenverkehrs hejhränikt. In den MNeineren Orten treffen 
wir Laden- und Marktverfehr an. Nur der leßtere liegt in litauijdhen 
Händen. Bon Wichtigkeit jind die berühmten Kitauijden Pferde: und 
Sahrmärkte, (Markt auf dem Lukijdhkiplakg in Wilna.) Ihre Zahl 
betrug 1911 im Gouvernement Kowno 354, im Gouvernement Wilna 
219, Sie werden von Taujenden bejucht. Meijtens dauern fie ein bis 
zwei Tage. Auf dem Lande blüht der jüdildhe Haujierhandel. Bei dem 
unausgebildeten Geldverkehr war, namentlid) in Meinen Orten im Frie- 
den der Tau[hhandel jehr verbreitet. (Der Krieg hat hier für Litauen 
alfo nidts Neues gebracht.) 
Wie groß der Anteil des litauilden Handels in feir 
nen ver[diedenen Formen am internationalen Waren- 
verfehr war und ik, Iäkt id ziffernmäßig nidHt felt- 
*) In Kowno und Wilna beftehen Schhuhfabrifen, die Ihr befferes Ober 
leder meijt aus Deutidhland bezogen. 
**) Ein großes Torfmoor im Kownver Walde begann die deutihe Ver 
waltung: während des Krieges auszubauen.
	        
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