Full text: Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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die Zeit vor, sondern nach dem Kriege, llnb so wenig das Wort 
auf das Wesen und die Stellung der Hansestädte im ganzen zu 
traf, so muß man doch sagen, daß der Vorwurf jedenfalls um 
1820 mit einem weit größeren Schein des Rechts erhoben werden 
konnte, als etwa um 1800 oder gar um 1780. Daß aber Ham 
burg und Bremen dem Binnenländer nach der napoleonischen 
Epoche noch mehr als bloße Eingangspforten des englischen Handels 
erscheinen konnten, als vor derselben, ist lediglich eine Folge der 
Kontinentalsperre. 
Von einer materiellen Förderung der Hansestädte durch die 
napoleonische Wirtschaftspolitik darf man also gewiß nicht reden. 
Aber wie das Unglück im Leben des einzelnen zum Segen aus- 
schlagen kann, so übt es auch seine läuternde Wirkung im Leben 
der Völker. Ein Gutes hatten die bitteren Erfahrungen der 
Kontinentalsperre und der Franzosenherrschaft jedenfalls gehabt. 
Jene faulen Träume von unbedingter Neutralität waren als 
Chimären erkannt. Man begann in den Hansestädten einzusehen, 
daß das Heil schließlich doch besser im Schutz eines größeren 
Ganzen, als im Vertrauen auf ein vermeintliches gemein euro 
päisches Interesse am neutralen hanseatischen Handel zu suchen 
sei. Es genüge, um den ganzen Unterschied in der inneren Haltung 
der Hansestädte zum deutschen Vaterlande vor und nach der Kon 
tinentalsperre zu ermessen, zwei Äußerungen gegenüberzustellen, die 
beide unter dem Einfluß Johann Smidts, des Bremer Senators, 
zutage getreten sind. Ein Ungenannter schrieb 1802 in dem von 
Smidt herausgegebenen „Hanseatischen Magazin" u. a.: „Ihr 
(der Hansestädte) Flor, und zum Teil ihrer Existenz, stützt sich 
auf das Wohlwollen aller Nationen", und weiter: „Ist aber 
die Handlungs-Freiheit und dadurch auch die Selbständigkeit der 
Handlungsstädte allen Mächten wichtig genug, und ein einzelner 
Schutz bedenklich; könnte selbst für wichtige allgemeine politische 
Verwicklungen und ausgebreitete Kriege der Reichsschutz einmal 
zu unwürksam, oder gar einmal, nach einer Europäischen 
Staats-Revolution, aufgelöst erscheinen, so läßt sich ja unfehlbar 
das allgemeine Handlungsinteresse aller Nationen nicht sicherer, 
als durch ihre allgemeine Vereinigung erreichen, um die Selb 
ständigkeit dieser Städte, und also auch der Hansestädte insonder 
heit, und ihre ungestörte Handlung im Kriege und Frieden zu
	        
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