Full text : Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

Das  Geld.

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machen,  also  nicht  eine,  die  einem  besonderen,  individuellen
Bedürfnisse  entspräche,  sondern  eine  Ware,  die  einem  allgemeinen ­
  Bedürfnis  genügte.  Gibt  es  solche  Waren?  Ja.  Es
gibt  solche  überall,  sogar  in  den  primitiven  Gesellschaften  (man
kann  behaupten,  besonders  in  diesen),  zum  Beispiel,  gewisse
Nahrungsmittel:  so  wurden  in  Japan,  wo  jedermann,  ob  arm,
ob  reich,  von  Reis  lebt,  bis  zur  Revolution  von  1868  alle
Dinge,  Waren,  Beamtengehälter,  in  Reis  gewertet.  In
anderen  Ländern  —  dem  Gebiet  der  Hudsonbai  z.  B.  —
dienten  lange  Zeit  Pelze  als  Mittelglied,  weil  in  diesem  Polarlande ­
  jedermann  welche  trägt.  In  den  antiken  Gesellschaftsordnungen, ­
  die  noch  im  Stadium  des  Hirtenlebens  standen,
diente  das  Vieh  als  Tauschmittel,  der  Ochse  oder  der  Hammel.
Und  ohne  daß  wir  so  weit  zurückzugehn  brauchen  —  haben  wir
nicht  in  unseren  Tagen  in  Paris  die  Briefmarke  als  Ersatz  für
das  ausgegangene  Kleingeld  erlebt?  Niemand  machte
Schwierigkeiten  sie  anzunehmen,  weil  alle  Welt  Briefmarken
benötigt.
Aber  nicht  nur  die  Waren  des  allgemeinen  Verbrauchs
können  als  Tanschmittel  dienen,  auch  die  Seltenheiten  können
es,  wenn  sie  einem  sehr  lebhaften  Begehren  entgegenkommen,
und  wäre  es  auch  nur  dem  Begehren  einer  kleinen  Anzahl
Menschen,  z.  B.  die  Edelsteine,  die  Edelmetalle  —  übrigens
galten  sie  einst  alle  für  edel,  weil  sie  alle  selten  waren;  in  der
Ilias  sehen  wir,  wie  Achill  für  die  Spiele  beim  Tode  des
Patroclus  als  Siegespreis  —  einen  Eisenblock  aussetzte!
Unter  allen  Metallen  hat  zu  allen  Zeiten  eines  besonders
die  Freude  der  Menschen  ausgemacht  und  ihr  Begehren  geweckt: ­
  das  Gold.  Gold  ist  nicht  nur  das  schönste  Metall,
sondern  auch  das  vor  allen  anderen  den  Menschen  bekannte.
Warum?  Weil  die  Natur  es  nicht-oxydierend  geschaffen
hat,  das  heißt,  es  bleibt  unveränderlich,  und  man  findet  es  in
reinem  Zustand,  was  bei  keinem  anderen  Metall  der  Fall  ist,
selbst  nicht  beim  Silber.  Ein  wahrhaft  königliches  Metall
durch  seinen  Glanz,  seine  herrliche  Farbe,  und  —  das  will  ich
auch  noch  hinzufügen  —  seine  Nutzlosigkeit,  und  dies  in  dem
Sinne,  daß  es  nur  dem  Luxus  dienen  kann,  nicht  den  Bedürfnissen ­
  der  Industrie.  Es  kann  weder  als  Waffe  noch  als  Werkzeug ­
  dienen;  man  kann  daraus  kein  Schwert  und  keine  Pflugschar ­
  schmieden.  Es  schien  wirklich  vorbestimmt  für  die  Rolle,
als  Geld  zu  dienen  und  dadurch  zum  Zeichen  des  Reichtums
zu  werden.
            
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