Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Einfuhr  von  Textilwaren.

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hergestellt  wird  als  in  Uschak.  Weiter  sind  zu  nennen:  Axar,  mit  nur
Industrie,  Gjördes,  mit  ziemlich  bedeutender,  Demirdschi  Simawe,  Kula  'fujit*'
Qualitäten  zwischen  der  von  Uschak  und  der  von  Isparta),  und  Kutahia,  mit
noch  besserer  als  der  von  Isparta.
An  allen  diesen  Plätzen  hat  auch  der  Teppichtrust  seine  Agenturen  und
abhängige  Arbeiterschaft.  Der  von  ihm  unabhängig  gebliebene  Teil  der  Hausindustrie ­
  arbeitet  und  verkauft  teils  für  eigene  Rechnung,  teils  für  die  oben  genannten ­
  unabhängigen  Firmen  (Griffit  &  Co.  wie  der  Trust  liefern  ihrer  Arbeiterschaft ­
  gefärbte  Garne),  teils  endlich  an  die  vier  in  Uschak  bestehenden  einheimischen ­
  Teppichhäuser,  von  denen  drei  jetzt  direkt  mit  Londoner,  eine  direkt
mit  Konstantinopeler  Häusern  arbeiten,  während  sie  früher  nach  Smyrna  lieferten.
In  Uschak  arbeiten  in  Verbindung  damit  zwei  bedeutende  türkische  Wollspinnereien ­
  mit  je  500  kg  täglicher  Garnerzeugung.
Die  Teppiche  bilden  einen  ganz  bedeutenden  Handelsartikel  Konstantinopels.
Da  alle  Produktionsgebiete  in  Persien,  Kaukasus  und  Turkestan  ihre  Erzeugnisse
zum  weitaus  größten  Teil  in  Konstantinopel  auf  den  Markt  bringen  (nur  ein
kleiner  Teil  der  Erzeugnisse  geht  direkt  in  die  Hände  der  Großhändler),  bietet  der
Markt  für  die  europäischen  und  amerikanischen  Einkäufer  die  bestmögliche  Auswahl ­
  und  Übersicht  und  ist  hierdurch  zum  Weltmarkt  für  Orientteppiche  geworden.
Die  Ausfuhr  türkischer  Teppiche  im  Jahre  1910/11  wird  mit  17,6  Milk  Mk.
ausgewiesen;  in  dieser  Summe  sind  auch  die  aus  Persien  für  9,1  Mill.  Mk.  einund
  wieder  ausgeführten  Teppiche  enthalten,  doch  kann  angenommen  werden,
daß  nach  dem  wirklichen  Wert  der  ausgeführten  Teppiche  eine  weitaus  höhere
Ausfuhrsumme  in  Betracht  kommen  müßte.
Die  Seidenindustrie.  Die  Produktion  erstreckt  sich  in  erster  Linie  auf  die
Herstellung  von  Rohseide.  Die  Seidenweberei,  die  früher  in  Syrien  als  Hausindustrie ­
  betrieben  wurde,  hat  in  den  letzten  Jahren  sehr  stark  abgenommen.
Einfuhr  von  Textilwaren  in  die  Türkei.
Die  Einfuhr  von  Textilwaren  ist  eine  verhältnismäßig  große,  und  zwar  betrug ­
  der  Wert  der  im  Jahre  1910/H  eingeführten  Fertigwaren  222,2  Milk  Mk.
Die  bedeutendsten  Herkunftsländer  sind  England  mit  80,4,  Österreich-Ungarn
mit  36,  Italien  mit  29,4,  Deutschland  mit  22,1  und  Frankreich  mit  18,6  Milk  Mk.
Die  wichtigsten  Einfuhrplätze  sind:
Konstantinopel  J  für  die  europäische  Türkei  und  Kleinasien
Smyrna  )
Aleppo  1
Beirut  1  für  Syrien  und  Mesopotamien
Jaffa  j  1
Bagdad  J
Trapezunt  für  Armenien.
Die  später  folgenden  statistischen  Aufstellungen  geben  eine  genaue  Übersicht ­
  über  die  Einfuhr  der  einzelnen  Artikel.  Die  nachstehenden  Ausführungen
sollen  nur  zur  Ergänzung  dieser  dienen  J ).
t)  Ausführlichere  Berichte  über  die  Einfuhr  von  Textilwaren  liegen  in  den  verschiedenen
Konsulatsberichten  vor,  und  zwar  in  „Berichte  über  Handel  und  Industrie“,  Dezemberheft  1910,
1912  Heft  Nr.  3;  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“  1911.  Heft  Nr.  9,  1912  Hefte  Nr.  25  und
106,  1913  Heft  Nr.  121,  1914  Hefte  Nr.  43,44,45,47  und  49;  „Das  Handelsmuseum  Wien“  1914,  S.  62.
            
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