Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Türkei.  Textilindustrie.

Baum  woll  waren.  Von  den  eingeführten  Baum  woll  waren  sind  die  bedruckten ­
  Baumwollstoffe  am  bedeutendsten.  England  und  Italien,  zum  Teil
auch  Österreich-Ungarn,  liefern  die  billigen  Massenwaren,  Deutschland  und  Frankreich ­
  die  besseren  Qualitäten.  —  Die  nächstwichtigen  Artikel  sind  die  rohen
und  gebleichten  Baumwollgewebe  (Cabotstoffe,  T-Cloths,  Grey,  White  Shirtings
  und  Madapolams),  die  ebenfalls  zum  größten  Teil  aus  England,  zum  kleineren
Teil  aus  Italien,  Britisch-Indien  und  Österreich-Ungarn  stammen.  Auch  die  Einfuhr ­
  von  Musselins,  die  fast  ausschließlich  aus  England  stammten,  ist  bedeutend.
Weitere  größere  Einfuhrartikel  sind  bedruckte  Baumwollflanelle,
Barchente,  bedruckte  Taschentücher,  glatte  Samte  und  Plüsche,  Bettdeckenstoffe, ­
  Decken,  Möbelstoffe,  Futterstoffe,  Spitzen,  Stickereien
und  besonders  Wirkwaren,  in  welch’  letzteren  Österreich-Ungarn  und  Deutschland ­
  den  Markt  beherrschen,  obwohl  in  letzter  Zeit  auch  die  Konkurrenz  Japans
sich  fühlbar  macht.
Sehl -  stark  war  auch  die  Einfuhr  an  Baumwollgarnen,  besonders  über
Smyrna  und  Beirut.  Es  wurden  nur  Garne  in  den  feineren  Nummern  bis  Nr.  32
eingeführt,  und  zwar  hauptsächlich  aus  England,  Italien,  Österreich-Ungarn  und
Indien,  doch  hat  die  Einfuhr  aus  Indien  in  letzter  Zeit  nachgelassen.  Nähgarne,  die
ebenfalls  in  großen  Mengen  eingeführt  werden,  kamen  zum  größten  Teil  aus  England.
Wollwaren.  Der  Wert  der  im  Jahre  1911  eingeführten  groben  und
feinen  Wollgewebe  betrug  48  Mill.  Mk.  In  den  gröberen  Tuchen  sind  England
und  Bulgarien  die  Hauptlieferanten,  in  den  feineren  Österreich-Ungarn,  Deutschland,
England  und  Frankreich.  Die  Hauptarten  sind:  Orienttuche,  Army  Cloths,
Leather  Cloths,  Union  Cloths,  Presidents,  Schajaks,  Cheviots,  Serges.
Auch  die  Einfuhr  von  Damenkleiderstoffen,  wie  Merinos,  Kaschmirs,
Jacquards  usw.,  ist  bedeutend.  Außerdem  werden  noch  Wolldecken,  Kopftücher,
Schale  und  Wirkwaren,  besonders  über  Smyrna  und  Beirut,  eingeführt.
Die  Einfuhr  von  Wollgarnen  im  Werte  von  2,4  Mill.  Mk.  erfolgt  vornehmlich ­
  über  Smyrna  und  Beirut,  und  zwar  hauptsächlich  aus  England,  Deutschland,
Österreich-Ungarn  und  Belgien.
Die  Einfuhr  von  Teppichen  aus  Persien  ist  recht  bedeutend,  doch  sind
diese  Teppiche  mehr  für  den  auswärtigen  Handel  bestimmt,  da  Konstantinopel
sich  zum  Zentrum  für  den  Teppichhandel  Asiens  entwickelt  hat.
Seidenwaren.  Die  Einfuhr  an  Seidenwaren  betrug  im  Jahre  1911  9,4  Mill.  Mk.
Die  wichtigsten  Seidenstoffe  sind:  Satin-Duchesse,  Satin  de  Lyon,  Satin
trame,  Taffets,  Damaststoffe  und  Brokatstoffe.  Die  hauptsächlichsten  Einfuhrländer ­
  sind  Frankreich,  Italien,  Österreich-Ungarn  und  die  Schweiz.  Neben
den  Geweben  werden  noch  Tülle,  Gaze,  Decken,  Vorhänge,  Schale  und
Schärpen  in  nicht  sehr  großen  Mengen  eingeführt.
Leinen-  und  Jutewaren.  Die  Leinen  waren  werden  vornehmlich  als  Rohleinen,
  Kleiderleinen,  Bettleinen,  Matratzenstoffe,  Tischwäsche,
Plüsche,  Teppiche  eingeführt,  doch  sind  die  Einfuhrbeträge  nicht  groß.  Die
Einfuhrländer  sind  England,  Österreich-Ungarn,  Deutschland  und  Italien.  Sehr
            
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