Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Halbfabrikate.  Fertigwaren.

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gering,  weil  die  Spinnereien  für  den  heimischen  Bedarf  stark  beschäftigt  sind.
Es  ist  jedoch  mehr  als  wahrscheinlich,  daß  Amerika  mit  der  Zeit  ein  starkes
Exportland  für  Baumwollgarne  wird,  da  diese  Ausfuhr  der  Industrie  in  mehrfacher ­
  Beziehung  sehr  günstig  liegt.  Die  Ausfuhr  an  rohen  Bäumwollgeweben
ist  in  starker  Entwickelung  begriffen,  Amerika  konkurriert  in  diesem  Exportartikel ­
  bereits  vielfach  mit  England.
Wolle.  Kammzug,  Kammgarne  und  Streichgarne  werden  bereits  vielfach
im  Inlande  hergestellt;  nur  Alpaka-  und  sonstige  Haargarne  werden  noch  meistens
aus  England  eingeführt;  es  sind  aber,  wie  die  erhöhte  Einfuhr  an  Haarwollen
zeigt,  starke  Bemühungen  vorhanden,  um  die  Herstellung  auch  dieser  Garne  im
Inlande  zu  ermöglichen.
Seide.  Der  Bedarf  an  Florettgarnen  ist  so  groß,  daß  die  heimischen
Spinnereien  ihn  nicht  decken  können.  Im  Jahre  1913/14  wurden  für  24,1  Hill.  Mark
Florettgarne  eingeführt,  und  zwar  hauptsächlich  aus  Frankreich,  Schweiz,  Deutschland ­
  und  England.
Leinengarn.  Die  Einfuhr  an  Leinengarnen  ist  nicht  bedeutend,  sie
betrug  im  Jahre  1913/14  3,7  Mill.  Mark  und  stammt  hauptsächlich  aus  England.

Fertigwaren.
Ist  auch  der  Wert  der  Einfuhr  an  Fertigwaren  1913/14  mit  898,7  Mill.  Mark
nicht  unbedeutend,  so  hat  doch  die  Einfuhr  im  Verhältnis  zum  großen  Inlandsverbrauch ­
  keinen  so  erheblichen  Umfang,  wie  im  allgemeinen  angenommen  wird.
Als  einwandfreier  Maßstab  kann  gelten,  daß  —  wie  aus  der  Aufstellung  Seite  484
hervorgeht  —  der  Verbrauch  bereits  zu  92,8 i  Proz.  von  der  inländischen  Produktion ­
  und  nur  zu  7,2  Proz.  durch  Einfuhr  gedeckt  wird.
Im  einzelnen  ergibt  sich  nach  den  später  folgenden  Berechnungen,  daß
1913/14  die  heimische  Produktion  den  Inlandsverbrauch  in  folgender  Höhe

decken  konnte:
bei  Baumwollwaren  bis  zu  98,1  Proz.
„  Woll-  und  Halbwollwaren  „  ,  93,2  „
„  Seiden-  und  Halbseidenwaren  „  „  .90  „
„  Leinenwaren  „21,2  „
„  Jutewaren  ,,  32,9  „
„  Konfektionswaren  „  n  95,6  „

Die  Ausfuhr  an  Fertigwaren  ist  bis  jetzt  noch  mäßig.  Immerhin  zeigt
sich  eine  wesentliche  Erhöhung  in  den  letzten  Jahren,  namentlich  in  der  Ausfuhr ­
  von  Baumwoll-  und  Konfektionswaren.
Die  Ein-  und  Ausfuhrmengen  der  einzelnen  Warensorten  sind  aus  den
später  folgenden  statistischen  Aufstellungen  genau  zu  ersehen.
            
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