Ein- und Ausfuhr an Textilwaren.
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gleichartigen Werte in den anderen Ländern stärker Rücksicht genommen
werden. Mit den durch die beiden erstgenannten Fehler auftret enden Ungenauig
keiten wird dagegen immer zu rechnen sein; allerdings mit der Einschränkung,
daß die angegebenen Einfuhrwerte genauer als die Ausfuhrwerte sind, weil diese
von der Zollverwaltung überprüft werden.
Die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins dieser Un
genauigkeiten ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß uns in diesen sonst mit
großer Sorgfalt geführten amtlichen Handelsstatistiken die einzigen in Betracht
kommenden Unterlagen zur Verfügung stehen, die einen annähernden Wertmesser
für die Entwickelung der einzelnen Länder bzw. ihrer Industrie ergeben.
Aus den nächstfolgenden vier Tabellen ist die Ein- und Ausfuhr der euro
päischen Staaten an Rohstoffen und Erzeugnissen der Textilindustrie im Jahre 1913
ersichtlich und gleichzeitig auch der Anteil der einzelnen Staaten in Prozenten.
Zur Ergänzung ist in Tabelle 3 die Ein- und Ausfuhr nach dem Zu
stande der Verarbeitung angegeben.
Um einen klaren Überblick über den Handel in Textilwaren der einzelnen
Staaten zu erlangen, war es erforderlich, die ein- und ausgeführten Textilwaren
in Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigwaren zu trennen.
Nachdem in der Textilindustrie feststehende Regeln in dieser Richtung
noch nicht vorliegen, erfolgte die Einteilung auf nachstehender Grundlage.
Zu den Rohstoffen werden gezählt:
Die Rohstoffe und sämtliche Abfälle der Rohstoffe;
bei Wolle außerdem die Kämmlinge und die Kunstwolle;
bei Seide die Rohseide (Grege) und die ungekämmte Florettseide (die
gekämmte Florettseide und gefärbte Rohseide werden zu den Halb
fabrikaten gezählt);
bei Leinen: Flachs roh, gebrochen, geschwungen und gehechelt, und
Flachswerg.
Zu den Halbfabrikaten werden gezählt:
Kammzug und alle Garne;
von Garnen werden die, welche im Einzelverkauf Verwendung finden,
z.B. Nähgarne, zu den Fertigwaren gezählt.
Die rohen Baumwollgewebe sind den Halbfabrikaten zugezählt worden,
während die gebleichten, obwohl diese in einzelnen Fällen auch als
Halbfabrikate gelten können, bei den Fertigwaren eingereiht sind;
bei Leinen sind die rohen Gewebe zu den Fertigwaren gezählt, weil
sie vielfach als solche Verwendung finden.
Die Gruppe Fertigwaren enthält sämtliche Fertigwaren.