Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Japan. Textilindustrie. 
Seidencreps. Der Export hat sich ziemlich gehoben und betrug 1,2 Mill. 
Mark gegen 0,9 Mill. Mark im Jahre 1910. Die Hauptabsatzgebiete waren auch 
hier wiederum Indien und die Straits Settlements. 
Baumwollgewebe. Für Baumwollgewebe ist China der Hauptabsatz 
markt. Es konsumiert ungefähr neun Zehntel des ganzen Exports, der Rest 
geht nach den Philippinen, Indien und dem asiatischen Rußland (Wladiwostock) 
für die dort bei Bahnbauten beschäftigten Chinesen. 
Teppiche. Der Export ist während der drei letzten Jahre vollkommen 
stationär geblieben. Er betrug im Jahre 1911 0,8 Mill. Mark. Hauptabnehmer 
für diese meist aus Hanf oder Wolle verfertigten Teppiche war Großbritannien. 
Tischtücher und Deckchen. Es handelt sich hier um einen wichtigen 
Exportartikel Japans. Leinen- und Baumwollgewebe werden zum größten Teil 
aus England importiert und in Heimarbeit durch Auszupfen von Fäden zu 
Drawn Thread- und Renaissancedecken verarbeitet. Beim Export wird der für 
das Rohmaterial gezahlte Einfuhrzoll rückvergütet. Die Exporte blieben während 
der letzten Jahre stationär. Im Jahre 1911 betrugen sie 5,6 Mill. Mark. 
Wirkwaren. Der Export japanischer Wirkwaren ist zwar im Berichts 
jahre um 2,7 Mill. Mark gefallen, doch ist dieser Ausfall zum größten Teil der 
20prozentigen Preissteigerung der Rohprodukte zuzuschreiben, demgegenüber 
der Preis der fertigen Ware nur um 5 Prozent gestiegen ist. Die japanischen 
Fabrikate zeichneten sich durch eine solche Billigkeit aus, daß sie allmählich 
den gesamten indischen und ostasiatischen Markt zu beherrschen imstande 
wären. Nur qualitativ sehr gute Waren können noch immer die Konkurrenz 
mit den japanischen Erzeugnissen aufnehmen. Dem Vernehmen nach soll diese 
Industrie in Japan noch stark vergrößert werden. 
Socken und Strümpfe. Nachdem die japanischen Strumpfwirker sich 
dem europäischen Geschmack anzupassen beginnen, steigt der Export von Jahr 
zu Jahr und betrug im Jahre 1911 1 427 211 Dutzend im Werte von 2,1 Mill. 
Mark. 
Wollwaren. Von Wollwaren exportiert Japan nur Mousseline de laine. 
Der Hauptmarkt ist China. Der Rest verteilt sich auf Indien und Ostasien. 
Exportiert wurden im Jahre 1911 Waren im Werte von 0,3 Mill. Mark gegen 
0,5 Mill. Mark im Jahre 1910 und 0,4 Mill. Mark im Jahre 1909. 
Textilwaren - Einfuhr. 
Baumwollgarne. Obwohl dieser Import infolge der Entwickelung der 
japanischen Baumwollspinnereien und der Erhöhung des Importzolles im Aus 
sterben begriffen ist, zeigten die Einfuhrziffern dennoch eine kleine Erhöhung. 
Eingeführt wurden für 1,4 Mill. Mark gegen 0,7 Mill. Mark im Jahre 1911 und
	        
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