Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Japan.  Textilindustrie.

Jahres  1911  wird  auf  33,6  Mill.  Mark  geschätzt,  der  Konsum  jedoch  nur  auf
21  Mill.  Mark.  Es  fehlt  daher  besonders  seit  dem  Konkurse  einer  Fabrik  in  Tokio
nicht  an  Bestrebungen,  die  Fabriken  zu  vereinigen  und  ihre  Erzeugung  einzuschränken. ­
  Da  eine  der  größten  Musselinefabriken  diesen  Plänen  Widerstand
entgegensetzt,  dürfte  die  Vereinigung  der  Fabriken  kaum  verwirklicht  werden.
Hanfwebereien.  Diese  Industrie  reicht  bis  zum  Jahre  1886  zurück.  Mehrere
Fabriken  wurden  gegründet,  die  sich  jedoch  vor  kurzem  unter  dem  Namen
„Imp.  Hemp  Industry  Comp.“  amalgamierten.  Hergestellt  werden  ausgezeichnete
grobe  Fabrikate,  wie  Sackleinwand,  Kanevas  usw.  Feinere  Gewebe  können
noch  nicht  produziert  werden*).
Manilahanftressen  oder  Borten  sind  erst  vor  wenigen  Jahren  in  Japan  aufgekommen ­
  und  ein  Stapelartikel  geworden,  der  in  fast  ebenso  großen  Mengen
wie  gewöhnliche  Strohborten  hergestellt  wird.  Die  Fabrikation  ist  maschinell,
zum  Teil  mit  Handbetrieb,  zum  größeren  Teil  mit  Motorenantrieb.  Auch  hydraulischer ­
  Antrieb  kommt  rasch  auf.  Die  P'lechtmaschinen  sind  sämtlich  japanisch
und  kosten  das  Stück  für  13fädige  Borten  (die  Hauptqualität)  44  bis  59  Mark.
Das  Rohmaterial,  Manilahanf,  wird  von  japanischen  und  chinesischen  Firmen
direkt  von  Manila  eingeführt  und  ebenfalls  direkt  an  die  Fabrikanten  abgesetzt.
Diese  sortieren  aus,  was  sich  wegen  der  Farbe  oder  Stärke  für  die  Borten  nicht
brauchen  läßt,  damit  es  weiter  an  Bindfaden-  und  Seilfabrikanten  abgesetzt  wird.
Das  brauchbare  Material  wird  zum  Knüpfen  gegeben,  d.  h.  die  einzelnen  natürlichen ­
  Längen  der  Hanffäden  werden  aneinandergeknüpft  oder  geknotet.  Das
Knoten  wird  durchweg  in  Heimarbeit  gemacht,  und  es  gibt  bereits  besondere
Unternehmer,  die  das  Material  weit  in  das  Innere  zum  Knoten  senden  und  verteilen ­
  lassen.  Später  wird  es  wieder  roh  ausgehaspelt  und  an  die  Bortenfabrikanten ­
  zurückgeliefert.  Beim  Spulen  werden  die  Fäden  nochmals  sortiert
und  von  der  Sorgfalt  der  dies  ausführenden  Spulerinnen  hängt  die  Güte  der
fertigen  Borte  ab.  Die  Industrie  hat  sich  infolge  der  anfänglichen  großen
Gewinne  rasch  ausgebreitet  und  ist  jetzt  in  der  Gegend  von  Kobe  ebenso  stark
wie  in  der  Gegend  von  Yokohama,  wo  sie  ihren  Hauptsitz  hatte.  Seit  dem
Frühjahr  1911  flaut  die  rege  Nachfrage  ab,  da  aber  die  Fabriken  nicht  aufhören
konnten  zu  arbeiten,  so  häuften  sich  die  Lager  an,  die,  sobald  Geldnot  war,  zu
jedem  Preise  realisiert  wurden.

Textilwaren  -  Ausfuhr.
Baumwollgarne.  Die  Baumwollgarnindustrie  ist  die  wichtigste  Exportindustrie ­
  Japans,  vielleicht  die  einzige  größere  Industrie,  die  ohne  jede  staatliche
Subvention  exportfähig  ist.  Die  Exporte  betrugen  im  Jahre  1909  66,5  Mill.  Mark,
B  Diese  Angabe  berücksichtigt  nicht  die  Leinenindustrie,  welche  sich  nach  sonstigen  zuverlässigen ­
  Mitteilungen  in  den  letzten  Jahren  stark  entwickelt  hat.  Nach  diesen  werden  in  Japan
bereits  ganz  feine  Leinengarne  bis  zu  Nr.  100  gesponnen  und  zu  feinen  Tischleinen,  Servietten
verwebt.  Auch  die  auf  S.  579  angegebene,  stark  steigende  Gewinnung  an  Flachsfaser  spricht  für
eine  besondere  Entwickelung  der  dortigen  Leinenindustrie.
            
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