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Japan. Textilindustrie.
betrug dieses Jahr 10,5 Mill. Mark. Dieses Geschäft geht in nächster Zukunft
ganz in die Hände der Japaner über. Eingeführt wurden 2,7 Mill. Mark. Davon
kamen aus England 2,4 Mill. Mark, in den Rest teilten sich Deutschland und
Holland.
Italians und Venetians. Die Importe zeigen ein Plus von 13000 Stück.
Die bedeutendste Fabrik Japans, die diese Waren erzeugte, die Nippon Seifu
Kaisha, hat diesen Zweig der Fabrikation eingestellt, so daß Japan jetzt voll
kommen auf fremde Importe angewiesen ist. Die Nachfrage war eine recht
rege. Besonders wurden die minderen Qualitäten verlangt. Zur Einfuhr kamen
1903684 Stück im Werte von 16,7 Mill. Mark. Das Gros lieferte auch hier
wiederum England. Einiges kam aus Deutschland und Holland.
Baumwollsamt und Plüsche. Die Einfuhr betrug 1,7 Mill. Mark gegen
1,8 Mill. Mark im Jahre 1910. Davon kamen aus England für 1,5 Mill. Mark
und aus Deutschland für 0,1 Mill. Mark. Wenn auch die Einfuhr gefallen ist,
so war doch das Geschäft ganz gut, da alle aus früheren Jahren zurück
gebliebenen Vorräte ausverkauft wurden. In Anbetracht dieses Umstandes
gingen auch die Preise rasch hinauf. Sie betrugen 10,50 Mark pro Stück mehr
als vor einigen Monaten. Die Durchschnittspreise sind 2 bis 4 Mark pro Yard
und 0,64 bis 1,36 Mark pro Yard für Velveteens. Die neue japanische Mode,
den Oberteil der japanischen Sandale (Zori) mit Samt zu belegen, läßt größere
Importe erwarten.
Victoria Lawns. Der Überschuß in den Importen gegen das Jahr 1910
beträgt 82855 Stück. Schlechtere Qualitäten werden als Futter für Kinderhüte
gebraucht, deren Gebrauch stetig wächst. Die guten Qualitäten werden für
Stickereien benutzt, die in immer größeren Mengen exportiert werden.
Baumwollene Schirmstoffe. Während der ersten Hälfte des Jahres
19H waren die Importe sehr bedeutend. Der Konkurs einiger japanischer und
chinesischer Händler in Osaka hat jedoch in dem genannten Geschäfte einen
Stillstand hervorgerufen. Alle aus dem Jahre 1910 übernommenen Vorräte er
wiesen sich auch im Berichtsjahre unverkäuflich und müssen weiter gehalten
werden. Schirmstoffe mit eingewebtem Rand kommen aus der Mode. Vielleicht
hängt dies auch mit dem neuen Zolltarif zusammen, nach welchem solche Stoffe
einen höheren Zoll als glatte Ware zu zahlen haben. Eingeführt wurden Waren
im Werte von 3,1 Mill. Mark. Davon kamen aus England 3,0 Mill. Mark, aus
Italien 0,07 Mill. Mark und aus Deutschland 0,03 Mill. Mark.
Union Italians. Da erfahrungsgemäß diese Importe bereits seit Jahren
zurückgehen, ist es überraschend, wieder ein Plus in den Statistiken zu
finden. Der Überschuß gegen das Vorjahr beträgt 0,6 Mill. Mark. Es
handelt sich aber offenbar um eine spekulative Einfuhr, da diese Stoffe als
Futterstoffe für Marineuniformen gebraucht werden und der Zoll kürzlich erhöht
worden ist.