Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Produktion.

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Produktion  der  Textilindustrie  Britisch-Indiens.  Einfuhr  an  Textilwaren.
Die  Baumwollindustrie.
Nach  Mitteilungen  in  den  Berichten  über  Handel  und  Industrie  1915,
Heft  8  waren  in  Indien  Ende  1913  272  Fabriken  mit  6596862  Spindeln  und
94  136  Webstühlen  beschäftigt.  Die  Baumwollspinnerei  und  -Weberei  sind  die
bedeutendsten  Industrien  Indiens.  Ihr  Hauptsitz  ist  die  Stadt  und  Provinz
Bombay.
Die  Arbeiterzahl  in  diesen  betrug  250  000,  während  die  Gesamtzahl  der
in  Fabriken  beschäftigten  Arbeiter  791944  betrug.  Die  in  einer  Fabrik  in
Bombay  gezahlten  Löhne  stellen  sich  während  des  Jahres  durchschnittlich:

in  der  Weberei  47,60  Mark  \
„  „  Appretur  27,20  „  >  pro  Kopf  im  Monat.
„  „  Spinnerei........  16,32  „  J

Die  Arbeitsverhältnisse  in  Indien  bedingen,  daß  der  Sonntag  als  gewöhnlicher ­
  Arbeitstag  gerechnet  wird,  doch  muß  auf  7  Tage  mindestens  ein  Ruhetag
erfolgen.  Früher  wurde  von  früh  6 1 / 2  Uhr  bis  abends  7  Uhr  mit  l / 2 -stündiger
Mittagspause  gearbeitet.  Vom  Jahre  1912  ab  wurde  die  Arbeitszeit  auf  12  Stunden
festgesetzt.  Der  indische  Weber  bedient  zwei  Stühle.  In  den  Webereien  werden
der  klimatischen  Verhältnisse  halber  nur  männliche  Personen  beschäftigt,  während
in  den  Spinnereien  auch  weibliche  tätig  sind.  Wohlfahrtseinrichtungen  sind  in
den  größeren  Unternehmungen  ähnlich  wie  in  Europa  vorhanden.  Die  leitenden
Beamten  sind  Engländer;  Meister  und  Aufseher  schon  meist  Eingeborene.
Die  Arbeitslöhne  erscheinen  noch  sehr  niedrig,  aber  der  indische  Arbeiter
leistet  bei  weitem  nicht  so  viel,  wie  seine  europäischen  Kollegen.
Die  Erzeugung  der  Spinnereien  und  Webereien  betrug  im  Jahre  1913/14
309264  t  Garne  und  1,164,3  Mill.  Yards  Gewebe.
An  Geweben  wurden  vornehmlich  hergestellt  ungebleichte  Schirtings  (Nessel),
Longcloth,  Lendentücher,  Umschlagtücher,  T-Cloth  (sind  schirtingähnlicher  Art
beschwert,  von  22  m  Länge)  und  Sheetings.
Die  Entwickelung  der  Baumwollerzeugung  ergibt  sich  aus  dem  ungefähren
Verbrauch  an  Baumwolle,  der  im  Jahre  1890  179300t  und  im  Jahre  1913
372672  t  betrug.  Die  Erzeugung  hat  sich  demnach  in  dieser  Periode  mehr  als
verdoppelt.
Einen  sehr  guten  Überblick  über  die  Baumwollindustrie  Indiens,  wie  über
die  Einfuhr  an  Baumwollwaren,  bietet  ein  Bericht  des  deutschen  Konsulats  in
Bombay  (Berichte  über  Handel  und  Industrie  1913/14,  S.  212),  der  als  Grundlage ­
  für  die  nachstehenden  Angaben  diente.
Über  die  Menge  von  Rohbaumwolle  und  Fabrikaten,  die  in  Indien  produziert ­
  und  gehandelt  werden,  gibt  folgende  Tabelle  Auskunft:
            
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