Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Produktion.

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Teil  erklärt  sich  diese  Abnahme  dadurch,  daß  neuerdings  feinere  Nummern
gesponnen  werden.  So  z.  B.  entfielen  von  dem  indischen  Garne  1905  auf  die
Nummern  über  20:  55266  t,  1912  dagegen  81  540  t.  Indessen  ist  hierdurch  allein
der  Rückgang  nicht  zu  erklären.  Die  indischen  Spinnereien  haben  ihre  Produktion ­
  in  den  letzten  Jahren  vielmehr  tatsächlich  einschränken  müssen,  und  zwar
wegen  der  Stockung  in  ihrer  Ausfuhr  nach  China.  Diese  erreichte  ihren  Höhepunkt ­
  1908  mit  117780  t,  während  sie  1911  bis  auf  58437  t  gesunken  war.  1912
zeigt  dem  gegenüber  wieder  eine  Zunahme  auf  82  8991,  doch  ist  damit  der  ehemalige ­
  Hochstand  noch  längst  nicht  erreicht,  und  außerdem  dürfte  diese  Besserung
kaum  von  Dauer  sein.  Denn  Japan,  Indiens  gefährlichster  Konkurrent,  hat  den
chinesischen  Markt  vor  der  Tür.  Außerdem  vermehrt  China  selbst  die  Anzahl
seiner  Spindeln  allmählich  und  dürfte  gegenwärtig  vielleicht  eine  Million  im
Betriebe  haben.  Indien  wird  sich  daher  mit  dem  Verlust  des  chinesischen
Marktes  nach  und  nach  vertraut  machen  müssen.  Die  Ausfuhr  nach  anderen
Ländern,  insbesondere  der  Türkei,  kann  dafür  keinen  Ersatz  bieten;  sie  ist  in
den  letzten  Jahren  zurückgegangen  und  betrug  1912  nur  noch  9060  t,  eine  geringfügige ­
  Menge  gegenüber  einer  Gesamtproduktion  von  310658  t.
Früher  waren  die  Hauptabnehmer  für  indisches  Maschinengarn  die  Handweber, ­
  indessen  haben  diese  offenbar  mit  dem  Wettbewerb  der  mechanisch  hergestellten ­
  Gewebe  schwer  zu  kämpfen,  so  daß  ihre  Produktion  stillsteht,  wenn
nicht  gar  einen  Rückgang  zeigt.  Statistische  Zahlen  über  den  Garnverbrauch  der
Handspinner  gibt  es  nicht,  man  kann  aber  immerhin  eine  ungefähre  Schätzung
darüber  anstellen.  Im  Jahre  1912  z.  B.  wurden  311664  t  Garn  in  den  indischen
Spinnereien  hergestellt  und  22197  t  eingeführt,  zusammen  333861t.  Ausgeführt
wurden  91959  t  und  in  den  indischen  mechanischen  Webereien  verwebt
117780  t,  zusammen  209  739  b  Zieht  man  diese  von  den  obigen  333861t
ab,  so  bleiben  124122  t  übrig,  und  diese  müssen  ganz  oder  doch  zum  größten
Teil  an  die  Handweber  verkauft  worden  sein.  Durchschnittlich  dürfte  der  Verbrauch ­
  der  Handweber  in  den  letzten  Jahren  nicht  mehr  als  113250  t  betragen
haben  und  zeigt  jedenfalls  keine  Tendenz  zur  Zunahme.  Unter  diesen  Umständen
müssen  die  indischen  Spinnereien,  wenn  sie  für  das  Produkt  ihrer  von  Jahr  zu
Jahr  sich  vermehrenden  Spindeln  Verwendung  finden  wollen,  dazu  übergehen,
ihr  Garn  selbst  zu  verweben,  und  diesen  Weg  haben  auch  die  meisten  eingeschlagen. ­
  Noch  vor  wenigen  Jahren  war  der  Garnverbrauch  der  indischen
mechanischen  Webereien  höchstens  halb  so  groß  wie  der  der  Handweber,  jetzt
dagegen  dürfte  es  ihn  schon  fast  erreicht  haben.  In  kurzer  Zeit  wird  das  Verhältnis ­
  so  sein,  daß  die  Hälfte  des  indischen  Maschinengarns  in  den  indischen
Fabriken  zu  Zeug  verwebt  wird,  während  die  Garnausfuhr  und  der  Garnverkauf  an  die
Handweber  sich  in  die  übrige  Hälfte  teilen,  ln  den  letzten  fünf  Jahren  ist  der  Garnverbrauch ­
  der  indischen  mechanischen  Webereien  von  86976  t  auf  117780  t  gestiegen ­
  und  ihre  Zeugproduktion  von  824  auf  1220  Mill.  Yards  im  Werte  von
228  Mill.  Mark.  (Dieser  Wert  ist  aus  der  Höhe  der  Produktionssteuer  ermittelt
worden,  die  3V2  Proz.  vom  Werte  betrug  und  im  Jahre  1912  8Mill.  Mark  einbrachte).
            
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