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Britisch-Indien. Produktion und Einfuhr.
Einfuhr von Wollwaren.
Die Einfuhr von Wollwaren betrug im Jahre 1911 45 Mill. Mark.
Davon entfielen auf wollene Stoffe 31,0 Mill. Mark, auf Schale 7 Mill. Mark, auf
Wollgarn 2,5 Mill. Mark und auf Strumpfwaren 1,5 Mill. Mark. Von den
wollenen Stoffen kamen für 21 Mill. Mark aus England, für 7 Mill. Mark aus
Deutschland und für etwa 1 Mill. Mark aus Frankreich, von den Schalen für
5,5 Mill. Mark aus Deutschland und für 1 Mill. Mark aus England, und von
Wollgarn, insbesondere Kammgarn, für fast 2 Mill. Mark aus Deutschland. Ins
gesamt führte Deutschland 1911 für 15 Mill. Mark Wollwaren nach Indien ein,
gegenüber 26 Mill., die aus England kamen. Wollwaren bilden einen der
wichtigsten Artikel in der deutschen Ausfuhr nach Indien. Nur Eisen und Stahl
und Teerfarben haben größere Zahlen aufzuweisen.
Einer großen Ausdehnung ist indessen, wie aus obigem hervorgeht, das
Geschäft kaum fähig, da der Gesamtabsatz nur gering ist und die Einfuhr sich
diesen an sich schon beschränkten Markt mit der indischen Industrie teilen muß.
Die Seidenindustrie.
Die Seidenindustrie ist in Indien vornehmlich als Hausindustrie verbreitet. —
Es gibt nur wenige größere Fabriken. Die bedeutendsten davon sind die Chhoi
Silk Mill Co. und die Sassoon & Alliance Silk Mill Co., beide in Bombay, die
Poona Silk & Cotton Manufacturing Co. in Puna bei Bombay, die National
Silk & Woolen Mills Co. in Delhi und die Bengal Silk Mills Co. in Calcutta.
Hergestellt werden bunte Tücher, Schale, Saris (Frauengewänder), Gold-
und Silberbrokate, geblümte und gemusterte Stoffe, alles dies für die Eingebo
renen, sowie ferner rohseidene Stoffe für Herrenanzüge und Damenkleider. Die
indischen Seidenzeuge stehen technisch und künstlerisch auf einer ziemlich
niedrigen Stufe und können sich mit den japanischen und chinesischen nicht im
entferntesten vergleichen.
Die Juteindustrie.
Indien hat unter allen Ländern die stärkste Juteindustrie. Vornehmlich die
englischen Juteinteressenten haben es sich angelegen sein lassen, neue Unter
nehmungen zu gründen, da die billigen Arbeitskräfte in Indien dies beförderten.
Annähernd 50 bis ,55 Proz. der dort gewonnenen Jute wird in Indien selbst
verarbeitet. — Die Entwickelung in den Jahren von 1903/04 bis 1912/13 ist aus
folgender Aufstellung zu ersehen 1 ).
1903/04
1905/06
1907/08
1909/io
1911/12
1912/13
Anzahl der Fabriken
38
39
54
60
59
6l
„ „ Webstühle
18400
21 986
27 244
31418
32 927
34 033
„ „ Spindeln
376 718
453 168
562 274
645 862
677 519
708 716
„ „ Arbeiter
123 869
144 879
187 771
204 104
201 324
204092
*) „Statistical abstract of British India“ 1903/04 bis 1912/13, S. 263.