Full text: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

G24 
Britisch-Indien. Produktion und Einfuhr. 
Einfuhr von Wollwaren. 
Die Einfuhr von Wollwaren betrug im Jahre 1911 45 Mill. Mark. 
Davon entfielen auf wollene Stoffe 31,0 Mill. Mark, auf Schale 7 Mill. Mark, auf 
Wollgarn 2,5 Mill. Mark und auf Strumpfwaren 1,5 Mill. Mark. Von den 
wollenen Stoffen kamen für 21 Mill. Mark aus England, für 7 Mill. Mark aus 
Deutschland und für etwa 1 Mill. Mark aus Frankreich, von den Schalen für 
5,5 Mill. Mark aus Deutschland und für 1 Mill. Mark aus England, und von 
Wollgarn, insbesondere Kammgarn, für fast 2 Mill. Mark aus Deutschland. Ins 
gesamt führte Deutschland 1911 für 15 Mill. Mark Wollwaren nach Indien ein, 
gegenüber 26 Mill., die aus England kamen. Wollwaren bilden einen der 
wichtigsten Artikel in der deutschen Ausfuhr nach Indien. Nur Eisen und Stahl 
und Teerfarben haben größere Zahlen aufzuweisen. 
Einer großen Ausdehnung ist indessen, wie aus obigem hervorgeht, das 
Geschäft kaum fähig, da der Gesamtabsatz nur gering ist und die Einfuhr sich 
diesen an sich schon beschränkten Markt mit der indischen Industrie teilen muß. 
Die Seidenindustrie. 
Die Seidenindustrie ist in Indien vornehmlich als Hausindustrie verbreitet. — 
Es gibt nur wenige größere Fabriken. Die bedeutendsten davon sind die Chhoi 
Silk Mill Co. und die Sassoon & Alliance Silk Mill Co., beide in Bombay, die 
Poona Silk & Cotton Manufacturing Co. in Puna bei Bombay, die National 
Silk & Woolen Mills Co. in Delhi und die Bengal Silk Mills Co. in Calcutta. 
Hergestellt werden bunte Tücher, Schale, Saris (Frauengewänder), Gold- 
und Silberbrokate, geblümte und gemusterte Stoffe, alles dies für die Eingebo 
renen, sowie ferner rohseidene Stoffe für Herrenanzüge und Damenkleider. Die 
indischen Seidenzeuge stehen technisch und künstlerisch auf einer ziemlich 
niedrigen Stufe und können sich mit den japanischen und chinesischen nicht im 
entferntesten vergleichen. 
Die Juteindustrie. 
Indien hat unter allen Ländern die stärkste Juteindustrie. Vornehmlich die 
englischen Juteinteressenten haben es sich angelegen sein lassen, neue Unter 
nehmungen zu gründen, da die billigen Arbeitskräfte in Indien dies beförderten. 
Annähernd 50 bis ,55 Proz. der dort gewonnenen Jute wird in Indien selbst 
verarbeitet. — Die Entwickelung in den Jahren von 1903/04 bis 1912/13 ist aus 
folgender Aufstellung zu ersehen 1 ). 
1903/04 
1905/06 
1907/08 
1909/io 
1911/12 
1912/13 
Anzahl der Fabriken 
38 
39 
54 
60 
59 
6l 
„ „ Webstühle 
18400 
21 986 
27 244 
31418 
32 927 
34 033 
„ „ Spindeln 
376 718 
453 168 
562 274 
645 862 
677 519 
708 716 
„ „ Arbeiter 
123 869 
144 879 
187 771 
204 104 
201 324 
204092 
*) „Statistical abstract of British India“ 1903/04 bis 1912/13, S. 263.
	        
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