Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Niederländisch  -  Indien.

Im  Inlande  gewonnene  Rohstoffe.
Im  Inlande  wurden  folgende  Rohstoffe  gewonnen:
etwa  4000t  rohe  Baumwolle  im  Werte  von  3,2  Mül.  Mart.
Baumwolle  wird  in  Niederländisch-Indien  schon  seit  langem  gewonnen;
die  Kultur  erlangte  aber  keine  besondere  Ausdehnung.  Die  Qualität  ist  grob,
mit  kurzem  Stapel.  Die  Produktion  wird  zum  Teil  in  unentkerntem  Zustande
ausgeführt,  zum  Teil  wird  die  Reinigung  in  primitiver  Weise  vorgenommen,
wodurch  die  Faser  leicht  beschädigt  wird.

Produktion  der  Textilindustrie.
Die  Textilindustrie  ist  nur  durch  eine  stark  entwickelte  Hausindustrie  vertreten, ­
  in  der  ausschließlich  Baumwollstoffe  angefertigt  werden.  Eine  ziemlich
große  Anzahl  von  Webstühlen  dient  zum  Weben  von  Baumwollstoffen.  Außerdem ­
  werden  die  aus  dem  Ausland  eingeführten  rohen  Gewebe,  wie  auch  etwa
der  dritte  Teil  der  eingeführten  gebleichten  Gewebe,  zu  Batiks  verarbeitet.
Ein-  und  Ausfuhr  von  Textilwaren.
Über  die  Einfuhr  von  Textilwaren  nach  Niederländisch-Indien  im  Jahre  1911
berichtet  das  deutsche  Generalkonsulat  in  Batavia 1 )  wie  folgt:
Die  Einfuhr  von  gebleichten,  gefärbten  und  bedruckten  Baumwollwaren
weist  durchgehends  große  Steigerung  auf.  Der  Bedarf  an  diesen  eingeführten
Artikeln  für  die  einheimische  Bevölkerung,  namentlich  an  sogenannten  Sarongs,
ist  groß,  besonders  seitdem  die  Batikindustrie  mehr  und  mehr  den  bedruckten
Kattunen  den  Platz  räumt.
Die  Einfuhr  von  fertigen  Kleidern  aus  Europa  hat,  trotzdem  hier  das
Schneiderhandwerk,  das  namentlich  durch  die  Chinesen  vertreten  wird,  sehr  entwickelt ­
  ist  und  sämtliche  im  Lande  Ansässigen  nur  weiße  Anzüge  tragen,  fortwährend ­
  zugenommen;  sie  betrug  1909:  3,8  Mill.  Mark,  1910:  4,1  Milk  Mark  und
1911:  4,7  Mill.  Mark.  Deutschlands  Einfuhr  war  von  der  Englands  nicht  allzuweit ­
  abweichend.  Es  betrug  die  Einfuhr  aus  Deutschland  1911:  0,57  Mill.  Mark,
1910:  0,50  Mill.  Mark,  die  Einfuhr  aus  England  1911:  0,78  Mill.  Mark,  1910:
0,55  Mill.  Mark.  Hierbei  ist  zu  berücksichtigen,  daß  die  deutsche  Einfuhr  in
der  Statistik  in  weit  größerem  Maße  unter  der  niederländischen  verschwindet
als  die  englische.  Im  übrigen  wird  die  Einfuhr  von  europäischen  Anzügen  wohl
noch  weiter  zunehmen,  da  mit  der  Neugestaltung  der  Dinge  in  China  auch  die
Chinesen,  von  denen  in  Java  200  000  bis  300  000  ansässig  sind,  unter  den  Abnehmern ­
  erscheinen  werden.
Über  den  Bedarf  an  Baumwollerzeugnissen  auf  Java  wird  dem  „Handelsmuseum“ ­
  Wien  1914»  S.  142  aus  Amsterdam  geschrieben:  Einen  viel  verlangten
Artikel  bilden

*)  „Nachrichten  für  Handel  und  Industrie“  1912,  Heft  94.
            
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