Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

l )  Das  Handelsmuseum,  Wien  1913,  S.  170.

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Britisch  -  Ostafrika.

Einfuhr  von  Baumwollwaren  in  Britisch-Ostafrika.
Uber  die  Einfuhr  von  Baumwollwaren  im  Jahre  1911,12  berichtet  das
Österreich-ungarische  Konsulat  in  Mombasa 1 ).
Die  Einfuhr  von  Baumwollwaren  betrug  394715  Pfd.  St.  Ihr  Import
beträgt  31  Proz.  der  gesamten  Einfuhr  und  wies  im  Berichtsjahre  eine  Steigerung ­
  von  51  Proz.  gegenüber  dem  Vorjahre  auf.  Der  größte  Teil  der  importierten ­
  Baumwollwaren  wird  von  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
geliefert.
Die  wichtigsten  Artikel  bilden  die  sogenannten  „Amerikani“,  ein  rohes,
ungebleichtes  Baumwollgewebe,  das  von  den  Eingeborenen  —  besonders  aber
von  den  im  Innern  des  Landes  lebenden  und  auf  niedriger  Kulturstufe  stehenden
Stämmen  —  als  Bekleidungsmittel  benutzt  wird.  Die  Jahreseinfuhr  beläuft  sich
auf  etwa  IOOOO  Ballen  ä  25  Stück  (goras  genannt)  mit  einer  Länge  von  30  Yards
pro  Stück.  Die  Gewichte  variieren  von  5 l / 2  lbs.  engl,  bis  9 J / 2  Ibs.  engl.;  der
Durchschnittspreis  pro  Ballen  frei  Mombasa  beträgt  ungefähr  8  Pfd.  St.,  schwankt
natürlich  entsprechend  dem  Baumwollmarkte.  In  den  letzten  Jahren  traten
Manchester  und  Norditalien  als  Konkurrenten  Amerikas  auf.  Die  Eingeborenen
bevorzugen  jedoch  die  Originalware  bei  weitem.
Den  Amerikani  folgen  in  bezug  auf  Bedeutung  für  diesen  Markt  Schirting
oder  Hemdentuch,  das  hier  sogenannte  „Buftas“.  Dieser  Artikel  wird  ausschließlich ­
  in  Manchester  erzeugt  und  wird  von  dort  in  Zinkkisten,  enthaltend
40  goras,  versandt.  Eine  gora  Buftas  mißt  40  Yards  bei  einer  Breite  von
43  Zoll  engl.  Der  Preis  beträgt  etwa  10  sh  pro  gora.
Kaniki  ist  ein  indigoblau  gefärbtes  Gewebe,  welches  gleichfalls  ausschließlich ­
  in  Manchester  hergestellt  wird  und  in  Ballen  ä  10  coreas  ä  20  Stück
auf  den  Markt  kommt.  Der  Durchschnittspreis  frei  Mombasa  beläuft  sich  auf
etwa  1,10  Pfd.  St.  pro  coreas.
Als  Lendentücher  werden  hier  eine  recht  große  Anzahl  verschieden
gefärbter  Gewebe  in  den  Handel  gebracht,  die  je  nach  Qualität  und  Färbung
folgende  Namen  führen:  Bhurah  Gulabie,  Miti  Ningi,  Subaya,  Shamburu,
Ismaeli,  Kaniki  Marduf,  Kikoys  usw.  Packung  erfolgt  in  Ballen  ä  200
Stück  in  Größen  von  44  x  80  Zoll  und  48  x  80  Zoll.
Einen  recht  bedeutenden  Anteil  an  der  Einfuhr  bilden  sogenannte
„Blankets“,  das  sind  Decken,  die  aus  Abfallbaumwolle  in  verschiedenen  Farben
hergestellt  werden.  Diese  werden  in  Ballen  ä  10  oder  15  coreas  (20  Stück)  eingeführt, ­
  und  zwar  in  den  Größen  42  x  70  und  48  x  78  Zoll.  Preise  bewegen
sich  je  nach  Qualität  und  Gewicht  zwischen  1  und  3  Pfd.  St.  pro  coreas.  Die
Decken  kommen  zum  größten  Teil  aus  Holland,  zum  anderen  Teil  aus  Belgien,
Deutschland,  Österreich  und  Frankreich.
            
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