Full text : Denkschrift betreffend die Neuregelung der handelspolitischen Beziehungen Deutschlands zu den Vereinigten Staaten von Amerika

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drüben  behandelt  zu  werden.«  »Die  Festsetzung
des  Marktwertes  führt  häufig  zu  Schwierigkeiten,
namentlich  weil  die  amerikanischen  Fabrikanten
ihren  Einfluß  auf  die  Zollbehörde  geltend  machen.
Wir  haben  keinen  Schutz  gegen  ungerechtfertigte
Erhöhungen  und  verlieren  häufig  die  beste  Verkaufszeit ­
  infolge  der  zeitraubenden  Untersuchungen
betreffs  des  Marktwertes.«
»Die  Zollgesetze  sind  so  dehnbar,  daß  man
im  Voraus  nie  wissen  kann,  wieviel  in  Wirklichkeit
bezahlt  werden  muß.«  ...  »Die  Zollabfertigung  ist
sehr  willkürlich;  es  hängt  viel  von  dem  betr.
Appraiser  ab,  der  mehr  oder  weniger  unter  dem
Einfluß  der  amerikanischen  Konkurrenz  steht.«
Auch  darüber  wird  (von  einer  Mannheimer
Firma)  Klage  geführt,  daß  auf  den  amerikanischen
Zollämtern  dem  einen  Abnehmer  davon  Kenntnis
gegeben  wird,  unter  welchen  Bedingungen  andere
Abnehmer  kaufen.
Wir  verzichten  darauf,  hier  weitere  Einzelheiten ­
  anzuführen,  beziehen  uns  vielmehr  auf  die
Darlegungen  und  Eingaben  des  Bundes  der  Industriellen, ­
  der,  mit  langjährigen  Erfahrungen
ausgestattet,  aus  der  Sammlung  und  Geltendmachung ­
  von  Beschwerden  über  das  amerikanische
Zollverfahren  eine  dankenswerte  Spezialität  gemacht ­
  hat.
Wir  haben  einige  Beschwerden,  wie  sie  uns
übermittelt  worden  sind,  vorstehend  mitgeteilt.
Wir  geben  aber  gleichzeitig  unserer  Anschauung ­
  Ausdruck,  daß  die  Beanstandungen  solange
nicht  zu  beseitigen  sind,  als  das  amerikanische
Zollgesetz  einen  »Marketvalue«  kennt.  Das  ist
ein  Kautschukbegriff,  die  Sanktion  der  Zollwillkür.
Remedurkann  nur  geschaffen  werden,  wenn  dieUnion
spezifische  Zölle  einführt.  Und  dazu  wird  sie  sich
kaum  eher  entschließen,  als  bis  ihr  von  dritter
Seite  praktisch  die  Härten,  die  mit  dem  Wertzollsystem ­
  verbunden  sind,  vor  Augen  geführt  werden.
2.  Es  wird  vielfach  der  Wunsch  verlautbart,
»daß  Leute  der  Praxis,  die  am  eigenen  Leibe  die
Konsequenzen  empfinden  und  mit  den  Internis
der  amerikanischen  Industrie,  Produktionsweise
und  Kalkulation  vertraut  sind,  die  auch  persönliche
Fühlung  mit  den  amerikanischen  Importeuren
deutscher  Industrieerzeugnisse  haben  und  die
Sprache  beherrschen,  bei  den  Verhandlungen  mit
den  amerikanischen  Unterhändlern  zugezogen
werden  mögen.«
3.  Aus  der  Kolonialwarenbranche  wird
angeregt,  die  Neuordnung  unserer  Handelsbeziehungen ­
  zur  Union  auch  dazu  zu  benutzen,  um
die  Mißstände  zu  beseitigen,  welche  sich  bei  dem
Handel  in  getrockneten  Südfrüchten  ergeben
haben.  Die  Ware  wird  von  drüben  exportiert
und  ausgeliefert  gegen  Zahlung  des  Kaufpreises
            
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