Full text : David Ricardo und die Grenzwerttheorie

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stellender  Essayist,  sondern  ein  Mann  unkünstlerischer,
aber  sinnvoller  G-edankenkonstruktion  war,  daß  er  in
seinem  schweren,  lapidaren  Stil  nur  das  rein  Wirtschaftliche ­
  behandeln  und,  der  etwas  dogmatischen  Zeitströmung ­
  entsprechend,  auf  psychologische  Nebengebiete
sich  nicht  einlassen  wollte.  (Er  hatte  auch  nicht  die
nötige  Vorbildung  und  Zeit  dazu.)  In  seinem  richtigen
Instinkte  suchte  er  den  archimedischen  Punkt  in  der
Wertbildung  innerhalb  des  gesellschaftlichen  Güteraustausches, ­
  des  wechselwirkenden  Zusammenlebens  der
Menschen.  Denn,  wenn  der  Wert  von  einer  Persönlichkeit ­
  ausgeht,  nur  ihre  subjektiven  Lebensforderungen
und  Willenstriebe  darstellt,  ohne  von  einer  anderen,  objektiveren ­
  oder  weniger  subjektiven  Kraft  festgehalten,
modifiziert  und  reguliert  zu  werden,  dann  ist  er  eine
rein  subjektive  und  relative,  inkommensurable  Größe,
dann  erscheint  der  Wertbegriff  in  seiner  rein  individuellen ­
  Proteus-Gestalt,  als  Wertgefühl  unfaßbar  und  unmeßbar. ­

Schopenhauer  hat  einmal  die  Versuche  präjudiziert,
  diesen  rein  subjektiven  Wert,  das  Wertgefühl  in
den  Tiefen  der  Seele,  in  Zahlentabellen  auszudrücken  und
zu  vergleichen:
.  „Die  Berechnung  des  Wertes  ist  eine  Rechnung
mit  Motiven,  keine  Rechnung  mit  Zahlen,  denn  dem
Werte  liegt  der  Grund  der  Motivation,  nicht  der  Seinsgrund ­
  unter 1 ).“  Dies  will  heißen:  Der  subjektive  Wert
ist  keine  feste  Größe,  kein  Sein,  er  ist  eine  schwankende
Motivation,  die  aus  einem  konkreten  Zustand  der  Seele
oder  aus  einem  konkreten  Verhältnis  zur  äußeren  physischen ­
  Welt  (hier  kommen  die  technisch-ökonomischen

*)  Schopenhauer,  Die  vierfache  Wurzel  des  Satzes  .  .  .,  von
Lindwurm  zitiert  in  der  Theorie  des  Wertes,  Hildebr.  Jahrb.  1865,
IV  Bd.,  S.  199.
            
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