Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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Anschauung zieht, wenn er die Schullasten vollkommen allein trägt; 
ganz abgesehen davon, daß es eine äußerst unwürdige Stellung für 
eine Gemeinde ist, zwar Recht und Pflicht zur Besoldung, aber nicht 
zur Anstellung der Lehrer zu haben. 
Dem Wachsen der Gemeindeschullasten konnten aber auch die 
Staatsbeiträge nicht Einhalt gebieten; die geringen Schnlgeldeinnahmen 
fallen garnicht ins Gewicht. Denn nicht nur sind es die erhöhten 
Ausgaben für Besoldung der Lehrer, sondern mit dem Zunehmen der 
Kinderzahl wachsen auch die Anschaffungen für Materialien, Turnge 
räte, überhaupt die Unterhaltung der Schule in jeder Beziehung. 
Da die Besoldung der Lehrer auch in freier Wohnung besteht, 
diese aber teils in Gestalt von Mietsentschädigung, teils als Dienst 
wohnung gewählt wird, daher eine Trennung nicht möglich ist, muß 
bei den Schulunterhaltungskosten die Unterhaltung der Gebäude bezw. 
die Schulden-Tilgung der für den Bau der Lehrerwohnungen (Schul 
gebäude) aufgenommenen Summen noch einmal hier angeführt werden. 
(Tabelle siehe Seite 98). 
Die Anzahl der Schulkinder uni derentwillen diese Kosten aufzu 
bringen waren, betrug: 
(Tabelle siehe Seite 100). 
In diesem Abschnitt konnte nur die Rede sein von Volksschulen, 
da andere Schulen oder Fortbildungsanstalten weder von der Gemeinde 
unterhalten, noch unterstützt werden. Es kann auch von einem dringenden 
Bedürfnis ff nicht gesprochen werden, weil Anstalten dieser Art in der 
näheren Umgegend (Friedrichshagen, Köpenick, Rummelsburg), vor allem 
aber in Berlin leicht erreichbar sind. Zurzeit ist eine Vorschule mit 
gemeinsamem Vorbereitungsplau für höhere Lehranstalten geplant, als 
Vorschule für alle Kreise halte ich aber die Volksschule für das Richtige, 
die erst dann verlassen zu werden braucht, wenn es darauf ankommt, 
sich mit fremden Sprachen oder sonst dort nicht gelehrten Unterrichts 
gegenständen zu beschäftigen. Der Besuch einer guten Volksschule würde 
außerdem sehr dazu beitragen, die immer stärker auftretenden sozialen 
Gegenstände zu mildern. Mit dem Streben nach Vervollkommnung der 
Elementarschule wird man dann nicht nur den Wohlhabenderen, sondern 
der Allgemeinheit einen großen Dienst leisten; von diesem Gesichts 
punkte aus muß jeder Genieinde vor allem an der weiteren Ausge 
staltung ihrer Volksschule gelegen sein. Erstrebenswert ist die Ein 
richtung eines mehrklassigen Schulsystems und Aufhebung der Koudukation 
in den oberen Klassen. 
9 Die Errichtung einer Waldschule nach Gurlittschem System scheiterte an 
d'c Finanzierung, dem sehr gering zu veranschlagenden Besuch und an der itnter- 
richtsart, die vielfach ablehnend beurteilt wurde.
	        
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