Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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Kolonie hinübergedrängt, daß vorliegende Arbeit trotz entgegenstehender 
Gründe den Ort mit Kleinschönebeck-Fichtenan bezeichnet. 
3. Sonstige Ansiedelungen. 
Mit fortschreitender Entwicklung nahmen Terrainspekulanten auch 
von anderen Teilen der Gemarkung Besitz. So entwickelte sich im 
Jahre 1904 die nach dem Gründer genannte Kolonie Grätzwalde, 
nordöstlich des in Schönebecker Feldmark hineinstoßenden Zipfels der 
Königlichen Forst, und im Jahre 1911 die noch in den Anfängen 
stehende Kolonie Hohenberge. In Grätzwalde sind seither schon eine 
stattliche Anzahl, allerdings meist vereinzelt stehender Wohnhäuser 
erbaut worden, während in Hohenberge sich die Ansiedlung bisher meist 
nur ans Sommerhäuser (Unterkunftsräume) beschränkt. Doch sind diese 
neuentstandenen Ansiedelungen für Kleinschönebeck-Fichtenau von größter 
Bedeutung, weil gerade hier das Gebiet der kommunalen Bodenpolitik 
seinen Schwerpunkt hat, der Umsatz von Grundstücken in diesen Neu 
gründungen ein bedeutender ist und die Ausschließung des Geländes 
mit erstaunlicher Schnelligkeit erfolgt. Immer neue Straßenzüge 
werden gepflastert und harren der Bebauung. 
Es ist außerdem noch an anderen Stellen der Gemarkung par 
zelliert worden. Über die Anfänge einer Laubenkolonie ist man aber 
noch nicht hinausgekommen, sodaß die Namen der Ansiedelungen jeder 
Bedeutung entbehren. 
b) Lage. 
Die Grundlage für die richtige Beurteilung der wirtschaftlichen 
Entwicklung eines Gemeinwesens ist nach Meisner *) die Kenntnis 
seiner Größe und der Bevölkerungsverhältnisse innerhalb des zu 
besprechenden Zeitraums. Größe und Bevölkerung ist jedoch wieder 
abhängig von der Umgebung, von der ganzen Lage des betreffenden 
Ortes. Gerade hier wären die Zahlen ohne nähere Beschreibung der 
Verhältnisse vollkommen nichtssagend, ja unverständlich. 
1. Lage zu Berlin. 
Wie aus der Entstehung von Fichtenau ersichtlich, muß sich die 
Vorortbildung in größerer Entfernung von Berlin auf solche Gebiete 
beschränken, die sich zu gleicher Zeit landschaftlicher Reize, günstiger 
Verkehrsgelegenheiten und gesunder Lage erfreuen. 
0 G. v. Schanz, Wirtschafts- und Berwaltungsstudien (42. Bd. 1912), Meisner: 
Die Entwicklung des Würzburger Stadthaushalts von 1806 bis 1909 S. 3.
	        
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