Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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lagen des Gemeindevorstehers und der Schöffen, insbesondere auch für 
Reisen" 80 Mk.; dazu kam für Papiere, Drucksachen usw. 50 Mk., 
für Porto und Botengänge 100 Mk., sodaß der ganze Verwaltungs 
apparat 590 Mk. kostete. Das nächste Jahr bringt eine Erhöhung der 
Hebegebühr um 70 Mk., das Jahr 1896 eine Schreibhilfe für eine 
Besoldung von 150 Mk., die im Jahre 1898 auf 160,40 Mk. erhöht 
wurde. Durch die Entwicklung der Villenkolonie wurde die Arbeit der 
Verwaltung größer; dem trug man Rechnung durch Erhöhung der 
Besoldung des Gemeindevorstehers auf 500 Mk., des Schreibers auf 
260,40 Mk. 
Da die Schwierigkeit der Verwaltung sich jedoch von Jahr zu 
Jahr mehrte, erfolgte Ende 1901, nachdem der Gemeindevorsteher 
aus Altersrücksichten sein Amt niedergelegt hatte, die Wahl eines 
Verwaltungsbeamten. Das Gehalt wurde auf 1200 Mk. festgesetzt, 
die Besoldung des ebenfalls neuangestellten Einnehmers auf 460 Mk. 
Neu mußten ferner eingestellt werden die Beträge für Bureau- 
miete 108 Mk. und Heizung 80 Mk. Dazu kam Erhöhung des Be 
trages für Bureaubedarf auf 120 Mk., zur Anschaffung von Büchern 
und notwendigem Inventar 50 bezw. 60 Mk. Außerdem wurde dem 
Gemeindevorsteher ein Fuhrkostenaversum für die innerhalb der Ge 
meindefeldmark und nach den angrenzenden Ortschaften auszuführenden 
Reisen von 50 Mk. festgesetzt. 
Im Laufe der Jahre nahmen die Aufgaben der Verwaltung zu. 
Mit Vergrößerung des Beamtenpersonals wuchsen die Aufwendungen 
für Gehälter, Mieten usw-, ebenso stiegen die sonstigen Verwaltungs 
ausgaben und sind für das Jahr 1912 mit 13568,30 Mk. veranschlagt, 
wovon auf die Besoldungen 9920 Mk., auf Bureaukosten 3098,30 Mk., 
entfallen. 
Nachfolgend ist die Entwicklung der Verwaltungskosten und ihr 
Verhältnis zu den ordentlichen Ausgaben dargestellt. Leider mußten 
die Zahlen bis 1901 aus den Etats anstatt aus den Rechnungen an 
gezogen werden, da diese aus den früheren Jahren nicht vorhanden 
sind. 
(Siehe Tabelle nächste Seite.) 
Wir sehen also, daß die Ausgaben der Verwaltung enorm ge 
stiegen sind, obwohl die Wirtschaft eine überaus sparsame ist. Die 
Verwaltungskosten auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, sind sogar 
zu dem abnorm hohen Satz von 5,30 Mk. gestiegen. Bei Betrachtung 
dieser Quoten darf jedoch nicht vergessen werden, daß ein großer Teil 
der Steuern von Ortsabwesenden getragen wird.
	        
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