Full text: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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d) Begräbniswesen. 
Wie in allen alten Orten, befand sich auch im Dorfe Kleinschöne 
beck der Kirchhof in nächster Umgebung der Kirche; er ist Besitz der 
Kirchengemeinde und hat daher mit der Verwaltung der politischen Ge 
meinde nichts zu tun, wenn auch naturgemäß in früheren Jahren diese 
Unterschiede vollkommen verwischt waren. Mit zunehmender Bevölkerung 
genügte dieser Begräbnisplatz dem Bedürfnis jedoch nicht mehr. 
Obwohl nun die Unterhaltung von Friedhöfen nach dem Allgemeinen 
Landrecht Sache der Kirchengemeinde ist. so ist dieselbe der politischen 
Gemeinde nicht verwehrt. Da aber die Kirchengemeinde mit Schwierig 
keiten bei der Erwerbung des Geländes zu kämpfen gehabt hätte, nahm die 
Gemeinde die Angelegenheit in die Hand, zugleich in der Überzeugung, 
daß es ihre Pflicht sei, für Regelung der Bestattung ihrer Mitglieder 
zu sorgen, unabhängig davon, welcher Religionsgemeinschaft sie ange 
hören. 
Daher beschloß die Gemeinde im Jahre 1901 ein Gelände zur 
Einrichtung eines Friedhofes^) zum Preise von 2400 Mk. anzukaufen, 
das aber in einer Ausdehnung von nur 89,95 ur als zu klein ange 
sehen werden muß; doch scheiterte der Wille der Gemeinde, einen größeren 
Block zu Beerdignngszwecken zu erwerben, an der Weigerung der Be 
sitzer, die ihr Land vorläufig noch landwirtschaftlich nutzen, ohne Zweifel 
aber später bessere Preise erzielen wollten. 
Jahr 
Einnahmen 
Ausgaben 
Ni 
Einnahmen 
tto 
Ausgaben 
Quelle 
1902 
6,30 
6,30 
Rechnung 
1903 
— 
82,80 
— 
82,80 
„ 
1904 
63,- 
831,75 
— 
768,75 
„ 
1905 
209,50 
375,10 
— 
165,60 
ff 
1906 
166,50 
936,77 
— 
770,27 
1907 
291,30 
1070,20 
— 
779,— 
1908 
201,— 
168,- 
33,— 
— 
1909 
173,- 
749,31 
— 
576,31 
1910 
131,50 
866,47 
— 
734,97 
1911 
241,50 
589,18 
— 
347,68 
" 
*) Aus dem Gutachten dem Gutachten des Kreisphysikus: „Die Oberfläche ist 
sandig, wenig humös. Drei an verschiedenen Stellen bis zu 2,50 m Tiefe gegrabene 
Löcher ergeben gleichmäßig gefugten gelben Sand und gelbbraunen kiesigen Sand. 
Wasser fand ich in keinem der Löcher vor. 
Das Grundstück ist hiernach ohne Bedenken sehr gut zu Kirchhofszwecken 
geeignet."
	        
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