Full text : U.S. Amerikas Schiffbau in Frieden und Krieg

MEERESKUNDE

SAMMLUNG  VOLKSTÜMLICHER  VO
ZUM  VERSTÄNDNIS  DER  NATIONALEN  BEDEUTUNG
MEER  UND  SEEWESEN
ZWÖLFTER  JAHRGANG  S

U.  S.  Amerikas  Schiffbau  in  Frieden  und
Von  Professor  W.  Laas-Berlin.  '
ßt.  i  ^  A  n  ,
m  englischen  Unterhaus  hat  Mitte  Januar  1918

ein  konservativer  Abgeordneter  bei  der  Besprechung ­
  der  neuen  Rekrutierungsvorlage
seine  Gegnerschaft  gegen  die  weiteren  Aushebungen
aus  der  Industrie  damit  begründet,  daß  der  Krieg  durch
den  Schiffbau  entschieden  würde.  Mit  der  vorliegenden
Untersuchung,  wie  weit  diese  Hoffnung  berechtigt  ist,
kann  zweierlei  erreicht  werden:  geht  der  Krieg  weiter,
so  gewinnen  wir  ein  Urteil  über  die  Bedeutung  dieses
Kriegsmittels,  kommen  wir  aber  bald  zu  allgemeinen
Friedensverhandlungen  —  und  ich  glaube,  daß  Amerika
allmählich  zu  denselben  Ergebnissen  kommen  muß,  wie
die  heutige  Untersuchung  —,  so  könnte  die  Kritik  der
Möglichkeiten  des  Schiffbaues  in  U.  S.  Amerika  unseren
Vertretern  ein  Hilfsmittel  sein,  um  etwaigen  Drohungen
auf  erneuten  Beginn  der  Feindseligkeiten  wirksam  entgegenzutreten, ­
  unsere  Stellung  bei  den  Verhandlungen
zu  stärken  und  Grundlagen  für  bestimmte  Forderungen
zu  geben.
Den  Verlust  an  Frachtraum  durch  die  U-Boote  kann
England  nicht  ausgleichen;  Frankreich  und  Italien
kommen  kaum  in  Frage,  noch  weniger  die  anderen

J  Der  Vortrag  ist  am  12.  Februar  1918  gehalten  worden.  Auf
diesen  Zeitpunkt  beziehen  sich  alle  Angaben  und  Meinungen.
Meereskunde,  Vorträge.  XII.  Heft  6.  I
            
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