Full text : Die Kriegsanleihe

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Jeder  Zeichner  'war  und  ist  also  bereit,  für  den  von
ihm  gezeichneten  Betrag  voll  einzustehen.  Das  Reich
wird  demgemäß  in  den  von  ihm  vorgeschriebenen  Raten,
deren  letzte  am  22.  Dezember  fällig  ist,  den  vollen
'Gegenwert  der  gezeichneten  4,5  Milliarden  M.  erhalten.
Es  darf  hier  ausgesprochen  werden,  daß  der  erzielte ­
  Betrag  etwa  doppelt  so  groß  ist  wie  die
Summe,  auf  die  als  Ergebnis  der  ersten  Kriegsanleihe ­
  an  den  maßgebenden  Stellen  gerechnet
wurde.

Wer  ermessen  will,  was  der  Erfolg  der  deutschen
Kriegsanleihe  bedeutet,  werfe  einen  Blick  auf  die  größten
Anleihegeschäfte,  die  bisher  in  Friedens-  und  Kriegszeiten
•durchgeführt  worden  sind.
Weitaus  an  der  Spitze  steht  die  5  proz.  französische ­
  Anleihe  vom  Juli  1872,  die  zusammen  mit
der  Anleihe  vom  Juli  1871  zur  Abtragung  der  Kriegskosten-Entschädigung ­
  aufgenommen  wurde.  Der  Betrag
der  1872er  Anleihe  war  2400  Millionen  M.,  der  1871er
Anleihe  1600  Millionen  M.  Die  1872er  Anleihe  war
also  nicht  viel  mehr  als  halb  so  groß  wie  die  jetzt
vom  Deutschen  Reich  aufgebrachte  Summe.  Beide  Anleihen ­
  zusammen  bleiben  noch  um  rund  500  Millionen  M.
hinter  der  Summe  zurück,  die  jetzt  vom  Deutschen  Reich
in  einer  einzigen  Operation  aufgebracht  wird.
Hinter  der  großen  französischen  Finanz-Transaktion
zur  Begleichung  der  Kriegskosten-Entschädigung  stehen
alle  anderen  seither  durchgeführten  Anleihegeschäfte  weit
zurück.
An  zweiter  Stelle  kommt  die  japanische  Anleihe
von  1905  im  Gesamtbetrag  von  1640  Millionen  M.  Diese
Anleihe  stellt  jedoch  keine  einheitliche  Operation  dar.
Sie  wurde  vielmehr  in  2  Abschnitten  von  je  600  Millionen
Mark  im  März  und  Juli  1905  in  verschiedenen  Ländern
(England,  Vereinigte  Staaten,  Deutschland)  emittiert;  der
Rest  wurde  allmählich  unter  der  Hand  verkauft.
            
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