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Krieg ein bisher noch ungelöstes Problem. Die franzö
sische Regierung ist zunächst mit einem amerikanischen
Bankhaus wegen einer Anleihe von 100 Millionen Dollar
in Verbindung getreten. Die Verhandlungen haben sich
jedoch zerschlagen; angeblich weil die• Regierung der
Vereinigten Staaten die Uebernahme' von Anleihen der
Krieg führenden Parteien als mit der Neutralität un
vereinbar erklärt hat. In England hat Frank
reich, soweit bisher bekannt geworden ist, lediglich
2 Millionen Pfund = 40 Millionen Mark auf Schatzwechsel
erhalten. Es bleibt also der französischen Regierung
voraussichtlich nichts übrig, als sich doch noch zu einer
inneren Anleihe zu entschließen. Man denkt zu diesem
Zweck an eine 5 oder gar 6 proz. Anleihe die durch die
Bezeichnung „Anleihe für die nationale Verteidigung“
dem französischen Publikum schmackhaft gemacht werden
soll, und auf die man die bisher geleisteten"Einzahlungen
auf die 3V 2 proz. Rente vom Juli dieses Jahres als
ä conto-Zahlungen verrechnen will.
Der vom deutschen Volke aufgebrachte Betrag ent
hebt die deutsche Regierung bis weit in das kommende
Jahr hinöin der Sorge um die Beschaffung der für den
Krieg erforderlichen Geldmittel. Der Krieg konnte von
Deutschland 2 Monate lang geführt werden, ohne daß
der Geldmarkt in Anspruch genommen wurde. Bedenkt
man, daß der Geldbedarf in den Mobilmachungswochen
mindestens doppelt so hoch war, als er im Durchschnitt
der Wochen der Kriegsführung sein wird, so kommt man
zu dem Schluß, daß Deutschland in der Lage sein wird,
nach Verausgabung des Ertrages der Kriegsanleihe den
Krieg weitere 3 Monate fortzuführen, ohne gezwungen zu
sein, erneut an den Markt zu appellieren. Die solide
Verfassung unseres Kredit- und Bankwesens und die
ausgezeichnete Vorbereitung der finanziellen Mobilmachung
gewähren hierfür eine hinreichende Elastizität.
Für einen Krieg, der bis ins nächste Früh
jahr hinein dauert, ist also der Geldbedarf des