Full text : Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

10  —  Das  Ausfuhrbedürfnis  nach  dem  Kriege  —
schon  Reiches  auf  allen  möglichen  Gebieten  bestehen  wird.
Aus  allen  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  daß  wir  auch  unmittelbar ­
  nach  dem  Kriege  eine  Steigerung  und  Förderung ­
  unserer  Ausfuhr  dringend  nötig  haben.
Denn  wenn  wir  jene  ausländischen  Nahrungsmittel  und
Rohstoffe,  die  wir  benötigen,  mit  Gold  anstatt  mit  Waren
bezahlen  müßten,  so  würde  unser  Wechselkurs  sich  derartig
verschlechtern,  daß  unsere  Volkswirtschaft  diese  notwendigen ­
  Erzeugnisse  zu  geradezu  unerschwinglichen  Preisen
kaufen  müßte,  und  die  Konsumenten  sowie  die  Arbeiterschaft ­
  würden  in  erster  Linie  die  Leidtragenden  sein.  Sehr
bemerkenswert  ist  in  dieser  Hinsicht  die  Auffassung,  welche
von  Max  Eohen  -Reuß  in  den  Sozialistischen  Monatsheften ­
  vom  3.  August  1916  ausgesprochen  wird.  Es  heißt
dort:  „Es  sieht  ganz  so  aus,  als  ob  auch  nach  diesem  Krieg
England  dem  Deutschen  Reiche  nicht  die  weitgehenden
Konzessionen  zu  machen  gedenkt,  ohne  die  Deutschlands ­
  weltwirtschaftliche  Betätigung
dauernd  bedroht  erscheint,  so  daß  wahrscheinlich ­
  der  deutsch-englische  Gegensatz  (bei  dem  obendrein  die
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  hinter  England  stehen
werden)  auch  nach  wiederhergestelltem  Frieden  noch  auf
lange  hinaus  eine  schlimme  und  bedrohliche  Tatsache  sein
wird.  Mit  ihr  wird  auch  die  deutsche  Arbeiterklasse ­
  zu  rechnen  haben,  und  sie  wird  prüfen  müssen,
welche  Folgen  sich  für  sie  aus  einer  solchen  Situation  ergeben. ­
  Auch  wer  noch  so  sehnlichst  wünscht,  daß  eine  deutschenglische ­
  Verständigung  die  schweren  Gefahren  bannen
möchte,  die  der  Gegensatz  zwischen  den  beiden  Ländern
dauernd  in  sich  birgt,  wird  nach  den  Erfahrungen  dieses
Krieges  mit  der  Wahrscheinlichkeit  einer  solchen  Verständigung ­
  nicht  rechnen  können.  Wenn  es  nach  Englands
Wünschen  ginge,  so  würde  die  Lage  Deutschlands  nach  dem
            
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