Full text: Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

— Stärkere weltwirtschaftliche Sicherung tut not — 13 
heute die Entente sich denkt, eine ganz andere Einheitlich 
keit der materiellen Interessen vorhanden sein müßte, wie 
sie tatsächlich bei den gegen uns Verbündeten besteht. Es 
wäre also falsch, von den Beschlüssen dieser Pariser Kon 
ferenz als gegebenen Tatsachen auszugehen. Ebenso falsch 
aber ist es, wenn man meint, daß nach dem Kriege sich sehr 
bald wieder diejenigen Beziehungen zwischen allen Län 
dern einbürgern würden, wie sie vor dem Kriege bestan 
den haben. Es gibt viele Persönlichkeiten, welche unter 
Berufung auf das sich immer wieder durchsetzende wirt 
schaftliche Interesse der einzelnen Länder den Eintritt 
eines solchen friedlichen Wirtschaftszustandes ohne weiteres 
behaupten und damit alle Sorgen gegenüber der Zukunft 
zu zerstreuen suchen. Hüten wir uns vor einer Überschätzung 
der Pariser Beschlüsse, um nicht in einen unberechtigten 
Pessimismus zu verfallen; hüten wir uns aber auch vor 
einer Unterschätzung der Absichten unserer Feinde! Diese 
werden vielmehr noch lange Zeit nach Friedensschluß ihr 
Hauptaugenmerk darauf richten, soweit es ihre eigenen 
Interessen irgendwie zulassen, den deutschen Han 
del im Auslande zu schädigen. 
Bevor wir nun auf die speziellen Möglichkeiten und 
Mittel, welche unsere Feinde in dieser Hinsicht haben, ein 
gehen, müssen wir eine andere Frage erörtern, welche in 
diesem Zusammenhange zunächst noch dringlicher erscheint. 
Ehe man den Problemen unserer Wirtschaft unter dem 
Gesichtspunkte rein friedlicher Verhältnisse nachgeht, muß 
man an den Fall möglicherweise eintretender neuer krie 
gerischer Verwicklungen denken. Die ganze deutsche Volks 
wirtschaft wird, wie schon die obigen Bemerkungen über 
die Vorratswirtschaft zeigten, einem erst durch die Er 
fahrungen des Krieges neu entstandenen Probleme unter 
stellt werden müssen. Dieses Problem heißt: starke Siche-
	        
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