Full text: Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

14 — Vorratswirtschaft und Weltwirtschaft — 
rung der deutschen Volkswirtschaft für den Kriegsfall. Wir 
muffen aber, wenn wir an die Durcharbeitung und Lö 
sung dieser Frage herangehen, auch unsere weltwirtschaft 
lichen Beziehungen in sie einbegreifen; mit anderen Wor 
ten, wir müssen im Falle eines zukünftigen Krieges auch 
dafür sorgen, daß unsere Beziehungen zur Weltwirtschaft, 
welche in diesem Kriege so gut wie unterbunden worden 
sind, uns erhalten bleiben. Aus zwei Rücksichten heraus 
hat dies zu geschehen. Die Vorratswirtschaft, welche wir 
nach dem Kriege in Form eines Systems der Aufspeiche 
rung (wirtschaftliche „Juliustürme"), ferner durch Zoll 
schutz und durch politische und wirtschaftliche Bündnisse 
(„Mitteleuropa") treiben werden, wird immer nur dazu 
dienen können, uns im Falle eines nochmaligen Krieges, 
in welchem wir möglicherweise wieder von der Weltwirt 
schaft abgeschnitten sein würden, das Notwendigste zum 
wirtschaftlichen Durchhalten zu sichern. Weder eine Vor 
ratswirtschaft im Sinne der Aufspeicherung oder der stär 
keren Einfuhr von Nahrungsmitteln und Rohstoffen aus 
Österreich-Ungarn oder dem Balkan, noch ein erhöhter Zoll 
schutz für einzelne Produkte können uns die Sicherheit ge 
währen, im Falle eines solchen Krieges in einigermasten 
dem Frieden entsprechender Weise mit Nahrungsmitteln 
und Rohstoffen versorgt zu sein. Immer wieder würden 
Knappheit und Teuerung eintreten, immer wieder würden 
einschneidende Mastnahmen notwendig sein, um die allzu 
knappen Vorräte richtig zu verteilen, immer wieder würde 
eine Kriegswirtschaft ins Leben gerufen werden müssen, 
die, so erfolgreich sie auch bei uns gelöst wurde, ohne emp 
findliche Härten für alle Bevölkerungskreise nicht durch 
führbar sein konnte und sein kann. Vermeiden läßt sich 
dies nur, wenn wir für den Fall eines zukünftigen Krieges 
die Gewißheit haben, daß uns die Weltmeere offen stehen,
	        
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