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— Koloniale Vorzugszölle —
in Form von Vorzugszöllen auf dem englischen Markte zu
unterstützen.
Auf der anderen Seite werden die britischen Kolonien
selbstverständlich die Gelegenheit ergreifen, um unter dem
Rufe „Nieder mit der deutschen Einfuhr" ihre Zölle weiter
zu erhöhen öder an den bestehenden Tarifen die Bevor
zugung Englands noch stärker auszubauen. Ferner wird
Indien aller Voraussicht nach mit größerem Nachdruck als
zuvor den von ihm solange gehegten Wunsch eines Zoll-
schutzes für die noch junge indische Textilindustrie Eng
land gegenüber vertreten, und England wird nicht umhin
können, auch diese Frage in Erwägung zu ziehen. Hat sich
doch die indische Textilindustrie gerade während des Krie
ges infolge der hohen Frachtraten, welche die Ausfuhr eng
lischer Textilwaren behinderte, und einen Schutz für die
indische Industrie bildeten, sehr kräftig weiter entwickelt,
eine Entwicklung, welche man vom indischen Standpunkt
nach dem Kriege sicherlich nicht wieder wird- ausgeben,
wollen. Man wird aller Voraussicht nach in Indien eben
falls unter dem Rufe des Schutzes vor der feindlichen Kon
kurrenz Zölle einführen und gleichzeitig dem Mutterlands
die „gebührende" Bevorzugung gewähren.
Wird nun dieser britische Zollverein verwirklicht, so
wäre eine Durchbrechung der Meistbegünstigung damit ge
geben, ohne daß hierin, nach früheren handelspolitischen
Begriffen, irgend eine besondere, an einen Wirtschaftskrieg
erinnernde Maßnahme zu erblicken wäre. Haben doch solche
Vorzugszölle zwischen Mutterland und seinen Kolonien be
standen, ohne daß daraus eine Verletzung der Meistbe
günstigung von seiten dritter Staaten hergeleitet worden
wäre, und nur einzelne handelspolitische Schriftsteller, z. V.
Dr. Trescher, haben es offen ausgesprochen und nachge
wiesen, daß das immer umfangreicher werdende Netz der-