Mehr Weltwirtschaft! —
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scheint, unsere Exportindustrie ohne weiteres und in der
notwendigen raschen Zeit für die Verluste auf diesem Teile
des Weltmarktes entschädigen könnte. Gerade auf die Wie
derherstellung unserer wirtschaftlichen Stellttng in dem bri
tischen Kolonialreich unmittelbar nach dem Kriege müssen
wir umsomehr bedacht sein, als sich dort vielfach japanische
und amerikanische Konkurrenz als ganz neuer Faktor wäh
rend des Krieges geltend gemacht hat. Auch unmittelbar
nach dem Kriege werden Japan und die Vereinigten Staa
ten von Amerika auf Grund der Frachtverhältnisse in
Australien, vielleicht auch in Indien, einen Vorsprung vor
der Ausfuhr der alten Kulturländer haben. Um so wich
tiger ist es, unsere Ausfuhr-Industrie nicht auf erst zu ent
wickelnde Kolonialgebiete warten zu lassen, sondern dafür
zu sorgen, daß sie auf denjenigen Gebieten, auf denen sie
sich durch jahrzehntelangen Fleiß einen würdigen Platz ge
schaffen hat, ihre Stellung nach dem Kriege zu erhalten
vermag?)
*) Der bekannte Heidelberger Geograph Alfred Hettner, der als
Autorität auf dem Gebiete deutscher Kolonialpolitik anzusehen ist,
äußert sich in einem Aufsatz „Deutsche Eigenwirtschaft oder Welt
wirtschaft ?" in der „Europäischen Staats- und Wirtschaftszeitung"
vom 7. August 1916 folgendermaßen: „Wenn die wirtschaftliche Be
tätigung in eigenem Machtgebiete auch unleugbar große Vorzüge
hat und wir darum auf Kolonien nie verzichten dürfen, so ist es doch
sehr die Frage, ob eigener Kolonialbesitz, auch wenn wir ihn
beim Friedensschlüsse erweitern, dem genügt, was
wir von unserer außereuropäischen Betätigung verlangen müssen,
ob er uns genügende Absatz- und Bezugsgebiete öffnet, unseren
Kaufleuten und unserer Schiffahrt ein genügendes Feld der Be
tätigung gibt. Man muß bedenken, daß unsere Kolonien noch jung
sind und nicht im Gebiete alter Kulturvölker, sondern von Natur
völkern liegen, daß sich also Produktion und Konsum nur langsam
entwickeln können, und daß es lange dauern wird, ehe sie auch nur
einigermaßen imstande sind, uns die Nahrungsmittel und Rohstoffe
zu liefern, die wir brauchen und uns die Fabrikate abzunehmen, die
wir absetzen müssen, um unsere Bedürfnisse bezahlen zu können. Sie