Full text: Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

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— Britische Schiffahrtspolitik 
Auch in der Schiffahrtspolitik kann uns ein nicht voll 
ständig besiegtes England nach dem Kriege auf das 
Schwerste schädigen, ohne daß damit unbedingt ein offi 
zieller Wirtschaftskrieg gegen uns von England geführt 
werden müßte. Es ist schon mehrfach in England während 
des Krieges ausgesprochen worden, daß nach dem Kriege 
die Schiffahrtspolitik Englands wieder stärker in diejeni 
gen Bahnen zurückgeführt werden müsse, welche an die alte 
Zeit der englischen Navigationsakte erinnere, also an den 
Grundsatz, durch alle möglichen Maßnahmen die auslän 
dische Schiffahrt gegenüber der englischen zu beeinträchti 
gen. Auch hier sind die englischen Kolonien dem Mutter 
lande in Friedenszeiten vorangeeilt. 
Es handelt sich um dieselben Bestrebungen, wie in den 
Versuchen zur Gründung eines britischen Zollvereins. So 
wird nach dem australischen Schiffahrtsgesetz vom 24. De 
zember 1912 die Schiffahrt zwischen den australischen Han 
delsstädten nicht nur mit allerhand tief einschneidenden 
Betriebsvorschriften belastet, sondern vor allem von frem 
den Regierungen subventionierten Dampfern überhaupt 
untersagt, während für britische Postschiffe eine zeitweilige 
Ausnahme vorgesehen ist. Diese Maßnahmen aber, welche 
auf den Entschluß, unsere Reichspostdampferlinie nach 
Australien aufzugeben, stark mitgewirkt haben, sind nicht 
auf dieses Gebiet des britischen Weltreiches beschränkt ge 
blieben. Auch Kanada hat ähnliche Bestimmungen ge- 
liegen ja doch auch alle in den Tropen und Subtropen und können 
Absatz- und Bezugsgebiete der gemäßigten Zone nicht ersetzen. Sie 
können uns auch die Erze und anderen Mineralstoffe, die wir brau 
chen, nur zum Teil liefern. Mit den Kolonien allein kommen wir 
nicht aus. Darum müssen wir auch zu fremden Ländern wirtschaft 
liche Beziehungen haben, also Weltwirtschaft im weite 
ren Sinne treiben."
	        
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