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II. Öffentliche Versicherung.
möglich. Man wird aber nach den obigen Zusammenstellungen (wenn
man noch berücksichtigt, daß die landwirtschaftlichen Arbeiter größtenteils
nur während eines Bruchteiles des Jahres in versicherungspflichtiger
Beschäftigung stehen, und daß erfahrungsgemäß von der Weiterversicherung
für die übrigen Zeiten nur ein recht beschränkter Gebrauch gemacht wird)
schätzungsweise annehmen dürfen, daß die jährlichen Beitragseinnahmen
der Versicherungsanstalten und Sonderkassen bei der jetzigen Berufs
verteilung zu etwa 10—12% aus der Landwirtschaft, zu weiteren
etwa 65 % aus Industrie und Gewerbe und zu etwa 15o/o aus
Handel und Verkehr stammen.
Eine andere Frage ist allerdings, wieweit nun die Versicherungs
prämien die einzelnen Berufe oder Erwerbszweige belasten, wer sie tat
sächlich letzten Endes bestreitet, und wie sie da auf die wirtschaftlichen
Verhältnisse einwirken. Nach dem ursprünglichen Gedanken sollen die
Versicherungsbeiträge je zur Hälfte von den Arbeitgebern und den Arbeit
nehmern getragen werden; nach den oben wiedergegebenen Zahlen würde
das bedeuten, daß in den Produktionskosten der landwirtschaftlichen und
gewerblichen Erzeugung bzw. den Geschäftsunkosten des Güterumsatzes
zurzeit jährlich etwa 90 bzw. jetzt nach dem Inkrafttreten der Reichs
versicherungsordnung etwa 120 Mill. Mk. Jnvalidenversicherungsbeiträge
erscheinen. Zweifellos ist die Summe aber, wie oben schon angedeutet,
höher. Es ist notorisch, daß die Einführung der Arbeiterversicherung
eine Minderung der Arbeitslöhne nicht zur Folge gehabt hat; die erheb
lichen Prämienanteile an der Arbeiterversicherung können also nur durch
Verringerung des Unternehmergewinnes oder durch Steigerung und
Intensivierung der Produktion oder durch (mehr oder weniger vollständige)
Überwälzung aus die Verbraucher aufgebracht worden sein. Wieweit das
im einzelnen der Fall ist, läßt sich nach den heute vorliegenden Unter
lagen mit einiger Sicherheit kaum ermitteln, jedenfalls nicht für die
Lasten der Invalidenversicherung allein. Anzunehmen ist aber,
daß die Deckung der Versicherungsbeiträge, je nach der Art des Betriebes
und nach den Zeitumständen und jeweiligen wirtschaftlichen Macht
verhältnissen in verschiedener Weise erfolgt ist. Übrigens wird man auch
die volkswirtschaftlichen Reibungsvorgänge, die sich hieraus ergaben und
die wegen des weiteren Ansteigens der Prämienbeiträge bisher nicht
zur Ruhe gekommen sind, nicht außer acht lassen dürfen, wenn man nach
den inneren Gründen für das andauernde Steigen unseres all
gemeinen Zinssatzes forscht. Die ganze Frage wird indessen im
Rahmen dieser Untersuchungen noch besonders behandelt werden.