Full text : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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I.  Geschäftliche  Versicherung.

nischen  Vervollkommnungen,  welche  die  Lebensversicherungsgesellschasten
auf  Grund  ihrer  langjährigen  Erfahrungen  einführen  konnten,  jetzt  vielfach ­
  möglich,  in  der  Versicherungssumme  mehr  zu  gewähren,  als  die  eingezahlten, ­
  um  die  Dividenden  verkürzten  Prämien  insgesamt  betragen,
so  daß  von  einer  mäßigen  Verzinsung  der  Einlagen  gesprochen  werden
kann.  So  kann  z.  B.  ein  Dreißigjähriger,  der  sein  Leben  bei  der  Gothaer
Lebensversicherungsbank  a.  G.  mit  Abkürzung  der  Versicherungsdauer
auf  20  Jahre  versichert,  bei  Berücksichtigung  der  Dividenden  damit  rechnen,
daß  er  bei  Erleben  des  Endtermins  für  eine  Versicherungssumme  von
10  000  Mk.  nur  ca.  7050  Mk.  eingezahlt  haben  wird.  Da  die  Erhaltung
des  Anspruchs  auf  die  Versicherungssumme  von  rechtzeitiger  Entrichtung
der  Prämien  abhängig  und  ein  Verfall  dieses  Anspruchs  fast  stets  mit
Verlusten  verbunden  ist,  spricht  man  auch  von  einem  „Sparzwang",  der
bei  der  Lebensversicherung  ausgeübt  wird,  und  dieser  freiwillig  übernommene ­
  Zwang  stellt  moralisch  die  Lebensversicherung  vielleicht  noch
über  die  eigentlichen  Spareinrichtungen.  Ähnliche  Vergleiche  lassen  sich
auch  für  die  Rentenversicherung  und  andere  Zweige  der  Lebensversicherung
anstellen.
Sparen  der  Versicherer.
Anderseits  sind  auch  die  Lebensversicherungsgcsellschaften  selbst  Sparer.
Sie  dürfen  die  ihnen  zufließenden  Einnahmen  nach  der  Technik  be§.
Lebensversicherungsgeschäfts  nicht  voll  verbrauchen.  Wenn  sie  gerüstet
sein  wollen,  die  von  ihnen  in  den  Versicherungsverträgen  übernommenen
Verpflichtungen  rechtzeitig  erfüllen  zu  können,  müssen  sie  einen  nacb
mathematischen  Grundsätzen  berechneten  Teil  der  Einnahmen  zu  Rücklagen,
zur  sogenannten  Prämienreserve,  verwenden;  sie  müssen  aus  ihm  große
Sparkapitalien  für  den  Fall  des  Bedarfs  ansammeln.
Deutsche  und  ausländische  Lebensversicherung.
Will  man  die  Bedeutung  der  Lebensversicherung  als  Spareinrichtung
erfassen,  so  muß  man  nach  dem  Gesagten  die  Untersuchungen  sowohl  nach
der  Seite  der  Versicherten  als  auch  nach  der  Seite  der  Versicherer  anstellen. ­
  Selbstverständlich  erstrecken  sich  die  Untersuchungen  nur  auf  das
deutsche  Lebensversicherungsgeschäft.  Es  muß  aber  darauf  hingewiesen
werden,  daß  sich  die  Grenze  nicht  zuverlässig  finden  läßt.  Die  meisten
deutschen  Gesellschaften  arbeiten  auch  im  Auslande,  und  es  ist  nicht
möglich,  ihr  Geschäft  in  seine  deutschen  und  ausländischen  Bestandteile
zu  zerlegen.  Ein  annähernder,  freilich  nicht  feststellbarer  Ausgleich  wird
            
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