Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Die Höchstgrenze ist 7 £ pro Schüler, und zwar wird diese Quote jetzt im allgemeinen gezahlt, wenn 
nachgewiesen wird, daß der Unterricht besonders hohe Kosten mit sich bringt. Die Staatszuschüsse können 
über diesen Satz hinaus erhöht werden, wenn sie in keinem angemessenen Verhältnis zu den Unterrichts- 
kosten stehen, besonders im Hinblick auf die Gehaltserhöhungen der Lehrer seit 1913/14. 1925/26 wurden 
insgesamt 12 solcher Schulen unterstützt, deren gesamte Schülerzahl auf 1 750 geschätzt wurde. Der hier- 
für bereitgestellte Betrag belief sich auf 10 000 £. 
Die Zuschüsse an technische Unterrichtsanstalten für Blinde, Taube usw. errechnen sich für das Etat- 
jahr 1925/26 wie folgt: 
Zahl der Schüler Kopfquote Staatszuschuß 
142 Tagesschüler..........0...00.000.0010000r hr, Bıl0— 1207£ 
453 Internatsschüler ......7.0.0.0000 nr eke er ee nern 0 0— 7474 » 
48 Schüler eines Sonderinstituts...............100..400123 25.—.— 1200 » 
Zusammen .... 9881 £ 
Verschiedenes. ... 00002 0er rn EA ee AA pe A H0 Dr ale elle it wen 119 » 
Insgesamt.... 10000£ 
Diese technischen Schulen für Blinde, Taube usw. sind meist Privatschulen, an welche die örtlichen 
Unterrichtsbehörden die in Frage kommenden Schüler überweisen. An Gemeindeanstalten bestehen 
lediglich 2 Schulen für Blinde mit 45 Schülern und eine Schule für Taube mit 5 Schülern. 
Eine Auszählung der in »Whitaker's Almanach« 1926 angeführten Unterrichtsstätten ergab für gewerb- 
lichen und sonstigen technischen Unterricht insgesamt 243 Anstalten, für Handelsunterricht 31 Anstalten. 
Für Handelsschulen werden in Großbritannien, dem Lande des Welthandels, seitens des Staates 
verhältnismäßig geringe Aufwendungen gemacht. Der Schwerpunkt in der Ausbildung des Nachwuchses 
für den britischen Handel lag von jeher, wie auch heute noch, in der kaufmännischen Praxis. In den 
letzten Jahrzehnten wurde zwar der kaufmännische Fachunterricht mehr und mehr entwickelt, jedoch 
kam es weniger zur Schaffung von Handelsfachschulen als zur Einfügung von Handelsunterricht in die 
Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen. Nach der bisher noch nicht vollständig durchgeführten 
Fisher’schen Schulreform ist kaufmännischer Unterricht sowohl in den Tagesklassen der Elementar- 
schulen als in den Abendfortbildungsschulen vorgesehen. Die Einführung in die doppelte Buchführung 
soll in den Elementarschulen als Lehrfach übernommen werden. Die Reform der Fortbildungsschulen 
Jehnt sich stark an das preußische System an. An technischen Schulen und an modern gerichteten höheren 
Schulen bestehen Handelsschulen (Schools of Commerce) als besondere Abteilungen. Es gibt auch einige 
selbständige Handelsfachschulen. Eine besondere Art von Fortbildungsschulen mit ausschließlichem 
Fachunterricht sind die Handelsabendschulen (Evening Schools of Commerce). Den deutschen Handels- 
hochschulen entsprechen heute etwa die London School of Economical and Political Seience und die 
Handelsfakultät der Universität von Birmingham. Handelsschulen und Handelshochschulen sollen noch 
weiter ausgebaut werden. Das schon früh entwickelte kaufmännische Prüfungswesen ist von den eigent- 
lichen Unterrichtseinrichtungen losgelöst. 
3. Sonstiger Fachunterricht. 
In den britischen Navigationsschulen (Schools of Nautical Training) wird voller Tagesunterricht zur 
Vorbereitung auf den Seeschiffahrtsdienst erteilt. Die staatlicherseits gezahlten Zuschüsse für diesen 
Unterrichtszweig bestimmen sich nach den Grant Regulations No. 32, wonach für jeden Schüler, der den 
planmäßigen Lehrgang mit Erfolg beendet, ein Zuschuß an die betreffende Schule gezahlt wird. 1925/26 
kamen hierfür 6 Schulen mit 600 Schülern in Frage, für die je Schüler durchschnittlich 15 £ gezahlt 
wurden — 9000 £. Ferner zahlt das Board of Trade an die Navigationsschule in Gravesend für 500 Schüler 
je 6 £ jährlich=3 000 £. Iusgesamt gibt der Staat also 12000 £ (— rund 7.000 £ Vorkriegskaufkraft). 
Der Staat unterstützt ferner 10 Kunstschulen. Das Unterrichtsministerium setzt die Beträge 
für jede Schule besonders fest. Bei kleineren Kunstschulen wird der Staatszuschuß nach der Zahl der 
Unterrichtsstunden bemessen. Der für die Unterstützung von Kunstschulen aufgewandte Gesamtbetrag 
beträgt 1925/26 rund 6 000 £ (= rund 4000 £ Vorkriegskaufkraft). Nach »Whitaker’s Almanach« 1926 
ergeben sich für Großbritannien insgesamt 22 Musik- und Kunstschulen. Nach derselben Quelle gibt 
es in Großbritannien 16 Frauenfachschulen und 2 Flugschulen. Der Etat weist staatliche Unter- 
stützungen an diese Fachschulen nicht besonders aus. 
c. Frankreich. 
1. Landwirtschaftlicher Unterricht. 
Dem Landwirtschaftsministerium unterstanden 1913 und 1925 46 praktische Ackerbauschulen, das 
Institut National Agronomique in Paris, die Veterinärschule in Alfort, die Forstschule in Nancy und je 
95 
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