P. Damm, Die öffentliche Schadenversicherung.
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zwischen 63,2 und 82,1 schwankt, derjenige aber der N.Zw.A. zwischen
68.9 und 90,4. Der letztere ist also verhältnismäßig nicht unerheblich
höher wie der erstere. Dies ist um so bemerkenswerter, als die Ver
waltungskosten ^ der Zw.A. im Durchschnitt um etwa ein Drittel ge
ringer sind als diejenigen der N.Zw.A., welche infolge des Wettbewerbs
zu größeren Aufwendungen gezwungen sind.
Geht man aus die Einnahmeposten der Tabelle II im einzelnen ein,
so zeigt sich, daß die Versicherungsnehmer außer den reinen Beiträgen
nur in sehr geringem Umfange mit anderen Erhebungen belastet sind,
die unter B „Sonstige Erhebungen von den Versicherten" aufgeführt
wurden. Von diesen Nebenerhebungen fällt der Löwenanteil mit acht
Zehntel des Gesamtbetrages auf die Hamburger Feuerkasse, welche Ein-
ziehungs-, Umschreibungs-, Schätzungs- und Bureaugebühren, Strafgelder
und anteilige Löschzulagen von ihren Versicherten einzieht. Außerdem
erheben die bayerischen und posenschen Anstalten noch die Schätzungs
gebühr, während die überwiegende Anzahl der sonstigen Anstalten, näm
lich 32 29 , überhaupt keinerlei Nebengebühren von ihren Versicherten ein
zieht, der Rest aber nur kleinere Beiträge meist für Versicherungsschilder
u. dgl. ansordert.
Die Spalte F „Sonstiges" der Tabelle II enthält zufällige oder
nicht ständige Verwaltungsgewinne, z. B. solche, die aus Verkauf von
Grundstücken, altem Inventar oder Vermietung von Verwaltungsgrund
stücken u. dgl. herrühren.
Die Spalte E „Kursgewinne" konnte erst für 1910 einen solchen
Gewinn nachweisen, da die preußischen Anstalten in den früheren Jahren
nach einem Ministerialerlaß vom 2. Juni 1872 die Wertpapiere zum
Einkaufspreise in die Jahresrechnung eintragen mußten, während nach
dem neuen Erlaß vom 16. September 1910 die Wertpapiere in die
Vermögensbilanz zum Kurswert zur Zeit der Bilanzaufstellung oder
zum Anschaffungspreise eingetragen werden müssen, wenn dieser niedriger
war als der Kurswert.
Unter den Einnahmeposten der Tabelle II spielt die Spalte v
„Zinsen" eine sehr gewichtige Rolle. Die Zinseinnahmen stiegen von
4.9 Millionen im Jahre 1901 auf 8,7 Millionen im Jahre 1910; sie
-» Vergleiche „Mitteilungen" Nr. 4/1912, S. 123.
29 Bei diesen wie bei den meisten sonstigen Betrachtungen mußte die Jeversche
Anstalt außer Betracht gelassen werden, weil geeignete Zahlenunterlagcn nicht vor
handen waren.
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