Full text: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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II. Öffentliche Versicherung. 
aufgeführt, die mit der reinen technischen Verwaltung nichts zu tun 
haben, also als Zufallsausgaben bezeichnet werden können. 
Die Tab. VII (Fahnentabelle) weist die Ausgaben für das Feuerlöschwesen 
und sonstige gemeinnützige Zwecke aus. Als letztere kommen in Betracht: 
Unterstützung des Feuerlöschwesens, Beihilsen zur Beschaffung von Lösch 
materialien sowohl für Berufs-, wie Pflicht- und freiwillige Feuerwehren, 
für Verbesserung und Ausbau der Feuerlöschorganisationen, insbesondere 
aus dem platten Lande, Anstellung von Feuerlöschdirektoren, Abhaltung 
von Unterrichtskursen, Beihilfen für Feuerwehrunsallkassen, Unterstützungen 
für Verbesserungen feuergefährlicher Gebäude, Umwandlung schlechter Be 
dachung in bessere, Anlegung von Blitzableitern, Belohnung für Ermitte 
lung von Brandstiftern, Zuschüsse für Anlegung von Wasserleitungen 
u. a. m. Diese Aufwendungen zeigen der absoluten Zahl nach eine 
ständige Steigerung; sie beliefen sich Ende 1910 fast auf 8% der Bei 
träge. Diese Ausgaben sind insofern gemeinnützige, als sie nicht nur 
den Versicherungsnehmern der ö. F.A., sondern allen Einwohnern der 
betreffenden Bezirke zugute kommen. Zu bekämpfen ist an dieser Stelle 
der viel verbreitete, besonders oft bei den Beratungen städtischer Ver 
waltungen oder der Feuerwehren zutage tretende Irrtum, als ob der 
artige Aufwendungen für Feuerlöschhilfe in erster Linie den Versicherern 
selbst zugute kämen. Zu bedenken ist, daß die Versicherungsbeiträge 
lediglich nach dem Risiko abgestuft werden und daß hierbei der Feuer 
schutz des Einzelrisikos wie der Nachbarschaft und der gesamten Ortschaft 
auf die Höhe der Prämie einen Einfluß hat. Je besser also der Feuer 
schutz im einzelnen, um so niedriger ist die Risikoprämie und umgekehrt; 
eine Verbesserung des Feuerlöschwesens und der Feuerschutzeinrichtungen 
kommt daher hauptsächlich den Versicherungsnehmern zugute. 
Betrachtet man die in Tabelle VII am Schluß zusammengefaßten 
Summen und Verhältniszahlen der n o t w e n d i g e n Ausgaben der ö. F.A. 
unter Ausschluß der Aufwendungen für gemeinnützige Zwecke (Spalte A), 
wie sie die Spalten B, C, I), E enthalten und stellt die Addition in 
Vergleich zu den Beitragseinnahmen (Spalte E), so ergibt sich hieraus 
deutlich der Wert der Vermögensansammlung und Finanzpolitik der 
ö. F.A. für ihre Versicherungsnehmer. (Siehe die Zusammenstellung 
auf S. 339.) 
Hiernach ist die G es am ta u s nutzun g der Prämien zugunsten 
der Versicherungsnehmer eine recht hohe. 
Betrachtet man die Gesamtheit der Einnahmen im Verhältnis zur Gesamt 
heit der Ausgaben (Schlußkolonne der Tab. VII, Fahnentab.), so zeigt sich, daß
	        
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