Rechtseinrichtungen und Wirtschaftsweisen, wie sie ein Wirtschafts
system bilden, als vielmehr die hinter diesen Einrichtungen und Vor
gängen steckenden íebenbtgeii Menschen. Er entdeckte die Subjekte
des Kapitalismus: die kapitalistischen Unternehmer: die „eminent
spinners“, die „extensive sausage makers“, und die „influential
shoe black dealers“, diese eigentümliche Abart des homo sapiens
und wußte aus ihrer Psyche heraus das ganze große Getüebe der
'marktmüßig organisierten Wirtschaft zu erklären.
Damit hatte er aber noch mehr entdeckt: den Menschen, den
lebendigen Menschen als Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung
überhaupt. So seltsam es klingt, wenn man es ausspricht: es wird
doch keinem Zweifel unterzogen werden können, daß Marx als
Erster, statt voll blutleeren Begriffen, von Menschen in seiner
Nationalökonomie handelte; oder richtiger ausgedrückt: daß er bei
seinen begrifflichen Erörterungen jederzeit die Vorstellung des Lebens
ill uns zu erzeugen lvußte. Da liegt, scheint mir, das Geheimnis:
weshalb llns die Lektüre einer marxischen Schrift, vor allem natür-
lich die Lektüre des ersten Bandes des Kapitals immer wieder fort
reißt wie ein spannender Roman. Die Seelensümmungen. die Marx
in uns auslöst, sind wcsensandere als die, die irgend ein anderer
sozialer Denker ill uns erlveckt. Man prüfe sich; vergleiche die
besten Nationalökonomen vor Marx: etwa Cantillon oder
Quesnay oder Adam Smith oder Ricardo. Kein einziger
treibt uns das Blut zunl Herzen wie Marx es tut (und das nicht
etlva wegen der politischen Tendenz, von der ist keine Rede, sondern
wegeil der ganz ihm eigenen Erfassung des lebendigen Menschen,
dell er in greifbarer Gestalt vor uns sich bewegen läßt).
Dllrch alle mystische Hegelei, durch alle verzopfte Systembildung,
durch alle scholastische Dogmenregistrierung hindurch schaut uns immer