teiligt ist. Die Kreise Fritzlar uird Melsungen sind Genossen an
dem in Fritzlar errichteten Kraftfutterwerk e. G. m. b. H. Anderwärts
haben die Kreise private Anlagen unterstützt. Leider hat
allerdings die karge Strohernte im Jahre 1917/18 die Ausschließung
von Stroh nur in sehr beschränktem Umfange gestattet.
Die vorstehende Zusammenstellung ist nichts weniger als erschöpfend.
Insbesondere haben auch -auf rein land - und
Vieh wirtschaftlichen: Gebiete viele Landkreise aus Anlaß
des Krieges wirtschaftliche Betätigungen entfaltet. Hierher gehört
auch die Übernahme der Bewirtschaftung von vernachlässigten
Grundstücken durch den Kreis. Erwähnt werden soll
noch eine Betätigung mancher Kreise, die zwar nicht als eigentlicher
Kriegsbetrieb angesehen werden kann, aber doch besondere Bedeutung
für die Kriegswirtschaft besitzt und durch den Krieg einen
starken Ansporn erhalten hat. Es handelt sich um die Förderung des
Gemüsebaues. Hier kommen vor allem einige westliche, insbesondere
rheinische Kreise in Betracht, deren Verwaltungen dir
Organisation des Gemüsebaues selbst in die Hand genommen
haben. Genannt seien die Kreise Bonn-Land und Gelder n.
Im letzteren Kreise sind 3100 Gemüsebauern durch den Kreis zu
einem Verbände zusammengeschlossen worden, dem „Verbände
Niederrheinischer Obst- und Gartenbauvereine im Kreise Geldern".
Der Verband umfaßt 23 örtliche Gemüse- und Obstbauvereine. Er
stellt eine Organisation zur Förderung des Gemüsebaues und Absatzes
unter Benutzung der Vorbilder des holländischen Nachbarlandes
dar und unterhält auch eine Lehranstalt für Gemüsebau.
Auch die Kreise Moers und Kempen sind an letzterer Anstalt beteiligt.
Die Tätigkeit des Kreisverbandes wird durch folgende
Stichworte veranschaulicht: „Ansiedelung holländischer Fachleute
zur Unterhaltung gemüsegärtnerischer Musterbetriebe in den angeschlossenen
Ortsvereinen, Errichtung von Verkaufshallen zur Versteigerung
der Erzeugnisse aller Vereins- bzw. Verbandsmitglieder
in Straelen, Schaffung einer Werkstätte zur Herstellung von Verpackungsmaterial
für den Gemüseversand der Mitglieder, Einrichtung
einer Kohlscheune zur Überwinterung von Frischgemüse,
Erbauung von Warm- und Kalthäusern für Treibgemüsebau, Anschaffung
einer großen Zahl von Frühbeetfenstern für Pflanzenund
Frühgemüsezucht, Bewirtschaftung eines zurzeit rund 150
Morgen umfassenden Verbands-Musterbetriebes für Feldgemüsebau
mit eigener Personal- und Gespannhaltung, Anschluß aller
Kreisgemeinden an den Verband durch Gründung von Gemüsebauvereinen
daselbst."