Full text: Der Weg der Reparation

erfolgt, wird der Deutsche, der Kapital im Ausland besitzt, nicht 
mehr zu fürchten haben, daß er Verlust erleidet, wenn er es nach 
Hause bringt, Der Spekulant kann dann aus Markverkäufen 
keinen Nutzen mehr erwarten, Einen Vorgang bietet die Ent- 
wicklung in Oesterreich, Gesetzliche Beschränkungen, die bisher 
im ganzen nutzlos gewesen sind, werden in dem Augenblick 
völlig überflüssig, wo kein Anreiz mehr vorliegt, das Gesetz 
zu umgehen, Man muß sogar fürchten, daß Gesetze, welche die 
Rückkehr des Kapitals bezwecken, den gegenteiligen Erfolg 
haben können,“ 
„Wenn das Werk des ersten Komitees, der Reparationsplan, 
durchgeführt wird, dann kehrt sicher ein erheblicher Teil des 
deutschen Kapitals auf dem gewöhnlichen Handelswege zurück, 
In der Uebergangszeit bis zur Stabilisierung und bis zur Wieder- 
kehr des Vertrauens sollten für eine beschränkte Zeit Amnestie 
für Kapitalflucht und besondere Vorteile für die Zeichnung von 
Anleihen der Regierung in fremder Währung angeboten werden, 
Wohlüberlegte Maßnahmen dieser Art würden die Rückkehr des 
Kapitals und die endgültige Wiederherstellung des finanziellen 
Gleichgewichts in Deutschland zum Vorteil der Reparation be- 
schleunigen,“ 
DIE VORBEREITUNG DER LONDONER KONFERENZ 
Schon am 11. April 1924 teilte die Reparationskommission der 
deutschen Regierung mit, daß sie das Gutachten der Sachver- 
ständigen als eine praktische Grundlage für die schnelle Lösung 
des Reparationsproblems betrachte, Sie sei daher geneigt, den 
Plan anzunehmen, soweit ihre eigene Kompetenz in Frage komme, 
und den Regierungen die Annahme der Punkte zu empfehlen, die 
von ihnen entschieden werden müßten, Die Kommission könne 
aber erst dann handeln, wenn das Reich sich bereit erkläre, seine 
Mitwirkung bei der Ausführung des Gutachtens zuzusichern, 
Am 16. April erklärte die deutsche Regierung mit kurzen 
Worten ihre volle Zustimmung, Darauf bestätigte die Reparations- 
kommission den alliierten Regierungen und den‘ Vereinigten 
Staaten in einem Rundschreiben vom 17, April, daß sie be- 
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