Full text : Berliner Banken

12  Großstadt-Dokumente  93b.  8.  Berliner  Banken.
matton  für  den  Kunden  unsere  Empsangsquittung  noch
auf  feine  Rückseite  setzen  müssen.  Der  Beamte  weist
uns  an  eins  der  Schreibpulte,  die  sich  in  der  Mitte  des
Schalterraunres  befinden.  Durch  das  Glasdach  des
Kassenhofes  strömt  das  volle  Tageslicht  gedämpft  hernieder ­
  und  ermöglicht  selbst  die  Erledigung  längerer
Schreibereien.  Alle  Formalitäten  sind  jetzt  erledigt.  Das
Geld  ruht  sorgsam  verwahrt  in  der  Brieftasche,  und  wir
könnten  uns  jetzt  der  Zahl  von  Besuchern  zugesellen,  die
durch  das  Hauptportal  den  Palast  zu  verlassen  sich  anschickt. ­
  Aber  unser  Geschäftsfreund  hat  uns  gebeten,  in
seinem  Austrage  bei  der  Direktion  des  Znstituts  für  ihn
noch  wegen  einer  wichtigen  geschäftlichen  Angelegenheit
vorzusprechen.  An  einer  Türe,  die  neben  dem  Ausgang
aus  dem  Kassenraum  liegt,  steht  in  schweren  vergoldeten
Glasbuchstaben  die  Aufschrift:  Direktton.  Auf  einer
breiter:  Marmortreppe  über  schwere,  jeden  Tritt  geräuschlos ­
  machende  Teppiche  steigen  wir  in  die  erste  Etage
empor.  Der  Raum  ist  hoch.  Auf  den  breiten  Wandelgang, ­
  der  ebenfalls  mit  schweren  Teppichen  belegt  ist,
führt  eine  Menge  schwerer,  eichener  Türen  hinaus;  Diener,
Zungens,  Beamte  mit  Mappen  und  Schristftticken  eilen
im  Laufschritt  an  uns  vorüber.  Man  merkt  unwillkürlich:
hier  sitzt  die  Maschine,  die  das  Ganze  treibt.  Zn  einem  fort
hört  man  Klingelzeichen.  Türen  öffnen  und  schließen  sich.
Ein  Diener  weist  uns  auf  unsere  Anfrage  an  das  Ende
der  Wandelhalle.  Dort  befindet  sich  so  eine  Art  Dienerzimmer. ­
  Wir  übergeben  unsere  Karte  einem  Boten,  der,
nachdem  er  uns  noch  veranlaßt  hat,  auf  einen  vom  Block
gerissenen  Zettel  über  den  Zweck  unseres  Besuches,  einige
Worte  mit  Bleistift  aufzuzeichnen,  hinter  einer  der  großen
Türen  verschwindet.  Rach  wenigen  Sekunden  kommt
er  zuriick,  un:  mit  uns  in  eins  der  Zimmer  einzutreten.
Zwei  Türen  schließen  sich  hinter  uns,  denn  jedes  dieser
            
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