Full text: Berliner Banken

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Großstadt-Dokumente Bd, 8. Berliner Banken. 
Folianten, die persönliche Konten der gesamten Kund 
schaft enthalten, ausgeschlagen sind, nicht mehr viel Platz 
übrig. Eine moderne Großbank braucht zur Führung 
dieser persönlichen Konten natürlich eine Menge Buch 
halter, die meist nur einen Buchstaben des vielgestaltigen 
Kundenregisters zu bearbeiten haben. 
Beim Verlassen der Buchhalterei gehen wir wieder 
den langen Korridor herunter und kommen an einer 
Tür vorbei, an der ein Schild mit der Aufschrift „Archiv" 
prangt. Wir bitten, uns dieses, uns bisher ganz unbe 
kannte Bankbureau einmal ansehen zu dürfen. Unserer 
Bitte wird bereitwillig entsprochen. Der Archivar, ein 
fteundlicher Herr, erklärt uns Wesen und Ausgabe der 
Bankarchive. Die Archivabteilung bildet in unserem Bank 
betrieb eine verhältnismäßig junge Einrichtung. Sie birgt 
gewöhnlich die Bibliothek der Bank, die vornehmlich 
naturgemäß eine Sammlung von Zeitungen, Zeitschriften, 
juristischen, nationalökonomischen und staüsttschen Büchern 
umfaßt. Das Archiv dient aber außerdem zur ständigen In 
formation für die Angestellten und Direktoren. Hier wer 
den des Morgens die Zeitungen gelesen und nach An 
streichung der interessierenden Stellen an die Direktion 
und die Oberbeamten weiter gegeben. Alle Geschäftsbe 
richte der Aktiengesellschaften und Gesellschaften mit be 
schränkter Haftung, Berichte der in- und ausländischen 
Filialen werden hier sorgfältig gesammelt. Die Archivare 
sind zumeist akademisch gebildete Herren, an deren Kennt 
nis sehr große Anforderungen gestellt werden. Sie müssen 
die Vorarbeiten und staüsttschen Ausstellungen machen, 
die die leitenden Persönlichkeiten zur Beurteilung an sie 
herantretender Geschäfte benöttgen. Sie müssen auch die 
Exposös ausarbeiten, die in Form von Waschzetteln an 
die Presse anläßlich der Emission neuer Börsenpapiere 
ausgegeben werden. Jedes größere Bankarchiv beschäf
	        
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