Full text: Berliner Banken

Der kleine Bankier. 
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allem nicht ferner an, daß eine Institution wie die Börse, 
die tief in das Volksleben eingriff und schon lange 
über eine Privatgemeinschast hinaus zu einer öffentlichen 
Machtveranstaltung hinausgewachsen war, aus mangelnder 
gesetzlicher Grundlage stand. Das hätten die vernünf 
tigen Elenrente des Bankierstandes sicherlich ebenso ein 
gesehen, wie die Notwendigkeit einer gesetzlichen Rege 
lung des Depotwesens. Aber wie das nun einmal zu 
gehen pflegt: Neid, Hatz und Unverstand waren die 
treibenden Kräfte der von den Börsengegnem ins Leben 
gerufenen Bewegung, die aus gesetzliche Maßnahmen ab 
zielten. Der Druck erzeugte Gegendruck. Die Börse 
stellte sich plötzlich aus den Standpunkt, das ganze 
Gesetzgebungsbegehren als ein Mitzttauensvotum zu be 
kämpfen. Die Börsenkreise verweigerten ihre Mitwir 
kung bei der Formung des Gesetzes. Und so kam 
natürlich ein Gesetz zustande, daß große Härten für den 
Bankierstand auswies. Eine eigentümliche Ironie war 
es nun, daß die Hasser des Großkapitals ein Gesetz 
fabriziert hatten, dessen Härte das große Kapital nicht 
nur leicht überwinden, sondern gradezu für sich ausnutzen 
konnte, während am meisten der Bankier, und besonders 
der kleine, darunter litt. Die Wirkung des Depotgesetzes 
auf die Entwicklung des Bankgewerbes hat eine gewisse 
Ähnlichkeit mit der Wirkung der sozialen Gesetzgebung 
auf den industriellen Kleinbetrieb. Die Lasten erhöhten 
sich; namentlich mußte mehr Personal angestellt werden, 
dessen Arbeitskraft nicht in entsprechendem Maße aus 
genutzt werden konnte, so daß hier von vornherein dem 
Großbetrieb günstigere Chancen entstanden. Eine ähn- 
iiche Wirkung ging von dem Dell des Börsengesetzes aus, 
der die Aushebung des Terminhandels dekretierte. Da 
durch wuchsen die Anforderungen an die Äapitalkraft 
des Bankiers. Zunächst versuchten die Privatbankgeschäfte
	        
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