Der Bankbeamte,
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Angestellten auf den Banken für dauernd und durchaus
sicher. Aber die großen Bankkrachs und die jetzt über
wundene Zeit der letzten Krisis haben den Bankangestell
ten doch mehr und mehr vor Augen geführt, daß sie im
Grunde genommen das Los aller proletarischen Exi
stenzen, die Unsicherheit der Lebensführung, teilen.
Diese Proletarier-Existenz lastet aus den Bank-
angestellteir beinahe mehr, wie aus dem besseren Hand
arbeiter. Wenn schon nicht seine bessere Schulbildung, so
verlangt der Wille seiner Vorgesetzten, daß er in an
ständiger Kleidung den Dienst versieht. Gr fühlt sich
verpflichtet, seine Kinder gut erziehen zu lassen, kurzum
sein Etat ist mit Verpflichtungen aller Art so schwer be
lastet, daß an Ersparnisse für die Zukunft gar nicht oder
doch nicht in gewünschtem Maße zu denken ist. Die
meist üblichen Weihnachts- und Abschluß-Gratiftkationen
reichen gewöhnlich gerade dazu hin, die größeren Aus
gaben, die die Saison mit sich bringt, zu decken. Die
meisten Banken haben deshalb auch Unterstützungs- und
Pensionskassen eingerichtet. Diese Kassen tragen am
meisten dazu bei, in die Köpfe der Bankangestellten die
Fiktion einzuprägen, sie seien Beamte. Aber nur bei
ganz wenigen Banken ist das Pensionswesen durch feste
Regel geordnet und unter die Mitwirkung der Beamten
schaft gestellt. Zn den meisten Instituten dagegen bilden
die Pensionskassen lediglich Dispositionsfonds, aus denen
ganz nach Gunst die Direktoren ihre Gaben verteilen
können. Allmählich beginnt sich in der Angestelltenschaft
eine Art Gewerkschaftsbewegung zu entfalten, die hoffent
lich dahin führt, die Pensionsftage, zunächst im Wege der
statutarischen Vereinbarung, später auch durch die Gesetz
gebung zu regeln. Wie wichtig eine solche Regelung ist,
hat erst der jüngst erfolgte Zusammenbruch der Hypo
thekenbanken gezeigt. Die Beamten jener Banken, die