Full text: Berliner Banken

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Großstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken. 
Bank des Berliner Kassenvereins lag, die Boten nach 
Erledigung der wichtigsten Besorgungen sich zu einem 
kleinen Zmbitz vereinigten und dann manchnial unterein 
ander Bestellungen, die in entlegene Gegenden führten, 
austauschten. Mir ist kein Fall bekannt geworden, wo 
dieses Vertrauen getäuscht worden ist. 
Die Bank des Berliner Kassenvereins bildet über 
haupt das Zentrum des Berliner Botenlebens. Jedes 
Geschäft mutz zu ihr, die den gesamten Effektenverkehr 
Berlins vermittelt, mindestens zweimal am Tage schicken, 
und da sie gegenüber von Hedwigskirche und Opernhails 
im Mittelpunkt des Bankenviertels liegt, so ist hier ge 
wissermaßen das Stelldichein all dieser Ausläufer. Zn 
ihrer Kleidung überwiegt heut die Uniform der ver 
schiedenen Banken. Aber auch die Zivilisten sind leicht 
als Kassenboten erkenntlich durch die Sorgfalt, mit der 
sie ihre Geldtaschen in den verschiedensten Formaten teils 
unter dem Arm tragen, teils mit der Hand den umge 
hängten Lederbeutel sorgsam beschützen. Die alten typi 
schen Kassenbotengestalten, die stolz das eiserne Kreuz oder 
die Verdienstmedaille im Knopfloch tragen, beginnen zwar 
allmählich zu schwinden und jüngeren Elementen Platz 
zu machen. Aber all diese Boten zeigen in ihrem Auf 
treten etwas Vornehmes, wie es bei den Dienern herr 
schaftlicher Häuser üblich ist. Sie sind sich sehr wohl der 
Würde, Millionen zu vertreten, bewußt, und sie pflegen 
sich auch untereinander nur selten nüt ihren Namen zu 
nennen, sondern bezeichnen sich vertraulich im Duzkom 
ment als Bleichröder, Warschauer, Mendelssohn usw. 
Und je nach dem Haus, das er vertritt, wird der Bote 
im Kreise der Berufsgenossen respektiert. 
Die Bezahlung der Kassenboten war einst eine über 
aus gute. Sie ist aber selbst unter den heutigen redu 
zierter! Verhältnissen noch relativ viel besser als die der
	        
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