An DE
während es sich doch nur um die logische Fiktion eines Gleich-
gewichtes handelt, mit der noch gar nichts ausgesagt wird über
die Ursache des Preises.
Bevor wir nunmehr den schon bei Ricardo angedeuteten
Fall einer unmittelbaren Beeinflussung des Preises durch die Nach-
frage in der ersten Reihe der Millschen Beispiele weiter verfolgen,
verweisen wir an dieser Stelle auf den diesem Kapitel angeschlos-
senen Exkurs über die geometrische Veranschaulichung des eben
erörterten, von Mill eingenommenen Standpunktes, wie sie Edge-
worth in seiner Darstellung der Theorie der internationalen Werte
versucht hat. Deutlich können wir an den dortigen Figuren 1—3
die Bewegungen der Nachfrage verfolgen, die nach Mill, wenn
wir ihn einseitig auslegen würden, durch die sachlichen Faktoren
Ertrag und absolute Höhe der aufgewandten Produktionsmittel
bedingt sind. Denn, wie wir noch einmal ausdrücklich bemerken
wollen, ist offenbar der Gedankengang Mills in diesen Beispielen
folgender: In jedem Lande besteht vor Eröffnung des Tausches
ein bestimmtes Gleichgewichtsverhältnis zwischen Angebot und
Nachfrage einer Ware, das auf der Basis des natürlichen Preises
balanziert. Wird durch den internationalen Handel die Produktion
dieser Ware aufgegeben, so richtet sich die Nachfrage zuerst in
derselben Höhe auf das Ausland, und zwar deshalb in derselben
Höhe, weil die freigesetzten Produktionsmittel der nun importierten
Ware in der Produktion einer vom Ausland begehrten anderen
Ware investiert werden, die entsprechend der inländischen Er-
giebigkeit einen Gegenwert liefern kann, der eben die Höhe der
Nachfrage gewährleistet. Wenn nun die Nachfrage einem höheren
Angebot von Seiten des Auslandes begegnet, d. h. wenn das Aus-
land billiger anbietet, — und das wird bis auf die Grenzfälle stets
eintreten — so wird sie dieses Angebot aufnehmen, so lange dabei
die Wiederinvestierung im eigenen Lande unverändert bleibt oder
anders ausgedrückt: die Bewegung der Nachfrage in Reaktion
auf das ausländische Angebot bleibt in den Grenzen der Produktions-
mengen der neuinvestierten Kapitalien, d. h. die Nachfrage z. B.
Englands schwankt zwischen n = m und n==2 m.
Daß dies nicht immer der Fall ist, hat Mill selbst eingesehen.
Abgesehen von dem schon in Fig. 3 des Exkurses gezeigten Fall,
den wir auch im Text erwähnten, wo n kleiner als m gesetzt wurde
(es kann auch größer als 2 m angenommen werden) zeigen die nun
folgenden Beispiele (die in den Fig. 4 und 5 des Exkurses dar-
gestellt sind — allerdings in Anlehnung an die zweite Reihe der