Full text: Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

- Sa 
Die Nutzenkurve pqr Sei diejenige des Tauschobjektes, das 
Freitag anbietet, die gestrichelte Nutzenkurve p'qr‘ diejenige des 
von Robinson angebotenen Gegenstandes. Beide seien auf Robinson 
bezogen. Da diese Kurven umgekehrt übereinander gelegt sind, lesen 
wir pqgr von links nach rechts, p'qr‘ von rechts nach links. Der 
Punkt q entspricht einem der Punkte der Kurven OA bzw. OB der 
Edgeworthschen Figur. Die Kurvenstrecken pq und p‘q ver- 
deutlichen in ihrem Verhältnis zueinander die Nutzenspannen der 
beiden Güter bei jeweils bestimmten Mengen, entsprechen also etwa 
den Nutzengewinnspannen OR, OP? (bzw. OF, OP”) in der Figur 
Edgeworths. Nehmen wir mit Jevons das Verhältnis der Mengen- 
einheiten der beiden Güter gleich 1: I, d.h. = Einheit zu Einheit, 
so wird Robinson durch den Empfang der Mengen a‘a den Nutzen ad 
gewinnen und den Nutzen a'c verlieren bzw. den reinen Nutzen cd 
gewinnen. (Die Nutzengrößen sind hier in Flächen [kumulativer 
Gesamtnutzen] ausgedrückt.) 
Der Schluß, den wir aus dieser Abschweifung auf die personale 
Schätzungsfigur ziehen können, ist der, daß wir zwar die personale 
Beziehung der Nutzengrößen für sich eindeutig definieren können, 
daß jedoch bei der Gegenüberstellung zweier solcher personaler 
Nutzensysteme, selbst wenn wir vergleichbare Einheiten unter- 
stellten, der Schnittpunkt der Schätzungen, d. i. der Schnittpunkt 
der beiden personalen Kurvenstrecken pq oder nach der Figur 
Edgeworth der Kurven R und F ein jeweils nach dem Verlauf 
dieser Kurven verschiedener sein muß. 
Aber die Unterstellung vergleichbarer Einheiten ist unmöglich, 
da z. B. Robinson seine Schätzung des Tauschobjektes von Freitag 
an seinen individuellen Nutzeneinheiten seines hinzugebenden Gutes 
mißt, wie umgekehrt Freitag das Tauschobjekt Robinsons mit 
seinen Nutzeneinheiten vergleicht. Auch diese personalen Einheiten 
sind übrigens problematisch, doch wollen wir darauf nicht eingehen. 
Edgeworth beschließt denn auch seine Betrachtung über 
diesen peinlichen Mangel der Nutzentheorie mit der Bemerkung: 
„... the contract locus may still be represented as a sort of line 
along which the pleasure forces of the contractors are mutually 
antagonistic‘“ *). 
Das ist also das Ergebnis: Die antagonistischen Lustgefühle 
der beiden Partner werden sich irgendwo begegnen. 
1) Edgeworth: Mathem. Psychics., pP. 29. 
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