Full text: Die technischen Hilfsmittel für den Transport zu Wasser und zu Lande von Fleisch in gekühltem und gefrorenem Zustande

Baumwollkultur und zunächst die Baumwollernte ganz hervorragend geeignet, 
da das Pflücken der Baumwolle eine sehr einfache und. leichte Arbeit ist, 
an der sich neben den Männern auch Frauen ‘und Kinder in gleichem 
Maße beteiligen können. Wenn die Arbeitsleistung des einzelnen Individuums 
zunächst auch nicht sehr bedeutend ist, so macht dies nichts aus, da der 
Lohn hierzu im Verhältnis steht. Die Bestrebungen, die Indianer des Chaco 
zur Betätigung in der hierfür wie geschaffenen Baumwollindustrie zu bringen, 
werden auf die volle Unterstützung der Regierung rechnen können, da 
auch diese ein großes Interesse daran hat, die Indianer zur Arbeit zu 
erziehen. Der Baumwollbau würde imstande sein, in Argentinien eine 
große Kulturaufgabe zu erfüllen und dem argentinischen Gemeinwesen eine 
große Anzahl nützlicher Mitglieder zuzuführen, dem sie heute nur_ ein 
Hindernis und eine Last sind. 
Bei seinen geringen Bedürfnissen würde der Indianer immer eine sehr 
wohlfeile Arbeitskraft darstellen. Aber selbst wenn bei zunehmender Aus- 
breitung des Baumwollbaues die Heranziehung‘ weiterer Arbeitskräfte not- 
wendig werden sollte, wird dies durch Zahlung‘ entsprechender Löhne in 
derselben Weise geschehen können, wie bei den übrigen Kulturarten 
Argentiniens. Den jetzt üblichen Pflücklohn von 4 Centavos per Kilo trägt 
die argentinische Baumwolle ohne Schwierigkeit, und bei verbesserten Pro- 
duktions- und Absatzverhältnissen könnte dieser Satz auch’"noch erhöht 
werden, ohne die Konkurrenzfähigkeit wesentlich zu beeinträchtigen. Unter 
normalen Bedingungen vermag ein‘ fleißiger Arbeiter 100 bis 150 kg und 
mehr pro Tag zu pflücken, so daß sich mithin ein Tagelohn ergeben würde, 
der hinter den sonst in Argentinien bezahlten hohen Erntelöhnen nicht zurück- 
bleibt. In den Vereinigten Staaten gilt der Italiener als der beste Pflücker. Italiener. 
Die Arbeitsleistungen des nordamerikanischen Negers sind im Durchschnitt 
nicht sehr bedeutend und werden von der des Italieners um das Doppelte 
übertroffen. Trotzdem arbeiten viele der Südstaaten der italienischen Ein- 
wanderung entgegen, da die Kleingrundbesitzer und Arbeiter ihn als Lohn- 
drücker fürchten; deshalb wird der eingewanderte Italiener dort vielfach 
schlechter behandelt als der Neger. Dem argentinischen Baumwollbau 
dagegen würde die heute schon sehr starke italienische, ebenso wie die ihr 
an Qualität des Arbeitermaterials nahekommende spanische Einwanderung 
höchst erwünschte Arbeitskräfte zuführen, Aber auch schon mit den vor- 
handenen 40 000 indianischen Arbeitern würde man bei einer angenommenen 
täglichen ' Leistung von nur 15 kg Lintbaumwolle pro Individuum in 
60 Pflücktagen eine Ernte von 130 000 Ballen bewältigen können. Als 
günstiger Umstand kommt hinzu, daß der heute bereits arbeitswillige Teil 
der indianischen Bevölkerung vom Juli bis Oktober in der Zuckerrohr- 
industrie arbeitet, sich also vom März bis Juni der Baumwollgewinnung 
widmen kann; beide Kulturen‘ machen sich mithin auf diesem Gebiete 
keine Konkurrenz, sondern ergänzen sich vorteilhaft. — Schließlich dürfte 
auch die Lösung des Problems einer brauchbaren Baumwollpflückmaschine 
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