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XIII. Kapitel.
genommen und ihre Verteidiger wagten es kaum, der Währung einen größeren
Wert als den eines praktischen Notbehelfs beizulegen, der, wie dies ja auch
der Fall war, ohne Gewaltsamkeit die Mittel an die Hand gab, den Übergang
von dem bestehenden System zur Goldwährung oder die Einführung un
gewohnter Münzen leichter zu gestalten.
Die Ergebnisse waren jedoch so günstig, daß man sich fragen darf,
ob diejenigen, die das rein devisenpolitisch wirksame System der Gold
devisenwährung ersannen, nicht besser beraten waren, als sie selbst es zu
sein glaubten. Während dieses System oberflächlich betrachtet eine starke
Ähnlichkeit mit Vorgängen, die auf die künstliche Schaffung einer Über
fülle von Umlaufsmittel hinzielen, aufweist, ist mit ihm doch nur wenig
oder gar nicht das Odium oder das Mißtrauen verknüpft, dem jene Manöver
ausgesetzt sind. Die Obliegenheiten zur Aufrechterhaltung des Goldwechsel
paris sind so einfach und das System ist so unfehlbar gewissenhaft durch
geführt worden, daß selbst jene, die es anfangs mit aller Energie bekämpften,
nunmehr veranlaßt zu sein scheinen, ihm unbedingtes Vertrauen zu schenken.
In der Tat ist wohl unter allen erdenklichen Umständen kein Grund zur
Befürchtung eines Mißbrauches des Systems vorhanden.
Wenn hier nun also wirklich eine neue Verwaltungsmethode eingeführt
worden ist, der in dem Vollzüge ihrer Begulierungsfunktionen dasselbe Zu
trauen entgegengebracht werden kann, wie der Tätigkeit eines Münzamtes,
so steht eigentlich nichts im Wege, das System noch weiter auszudehnen.
Wir wissen, daß das Wechselpari, das für die Golddevisenwährung angenom
men wurde, durchaus arbiträr ist, woraus ersichtlich ist, daß dieses Pari
abgeändert werden kann. Das Wechselpari zwischen dem englischen und
dem indischen Währungssystem beträgt 16 d per Rupie. Dieses Pari könnte
mit Leichtigkeit auf 15 d oder 17 d und allmählich nach aufwärts oder nach
abwärts abgeändert werden. Falls wünschenswert, könnte bei derartigen
Veränderungen des Goldaustauschparis das Umlaufsmittel der Länder, die
gegenwärtig eine Golddevisenwährung haben, mit einer Tabellarwährung auf
Pari gehalten werden. Wenn es also für vorteilhaft erachtet wird, die genaue
Verschiebung der Goldwährung durch Indexnummern zu bemessen, so könnte
eine entsprechende Verschiebung des Wechselparis oder des Rupiepreises
in Gold bewirkt werden.
Nach dem gegenwärtigen Stande des Systems wird die Münzenprägung
so gehandhabt, daß sie auf gleichem Wert mit dem Gold gehalten wird,
d. h. die geprägten Münzen folgen den Schwankungen der Goldwährung, wo
hin diese auch immer führen mögen. Wir wohnen also dem Schauspiele bei,
daß Indien und andere Länder, die zuvor eine Silberwährung hatten, sich nun